| Steuersenkungen und Entlastung Alleinerziehender

Bundestag beschließt höhere Freibeträge und bessere Familienförderung

Das steuerliche Entlastungs- und Familienpaket bringt dem einzelnen Arbeitnehmer wenig.
Bild: Haufe Online Redaktion

Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende können sich auf Steuerentlastungen einstellen. Neben der Erhöhung des Grundfreibetrages und des Kinderfreibetrages beschloss der Bundestag heute, Alleinerziehende stärker zu entlasten und den Effekt der sogenannten kalten Progression abzumildern.

Das heute vom Bundestag beschlossene Entlastungs- und Familienpaket sieht eine Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergelds sowie des Kinderzuschlags vor. Auch Alleinerziehende sollen stärker entlastet werden, um die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung zu verbessern. Durch leichte Änderungen beim Einkommensteuertarif soll die sogenannte kalte Progression ab 2016 etwas eingedämmt werden.

Entlastungs- und Familienpaket: Teuer in der Summe

In der Summe kosten die steuerlichen Verbesserungen den Staat mehr als fünf Milliarden Euro. Der einzelne Steuerzahler wird aber von den Milliarden nicht viel zu sehen bekommen - pro Steuerzahlergeldbeutel sollen sich die steuerlichen Entlastungen im ein- oder zweistelligen Eurobereich bewegen.

Sicher sind die Steuerentlastungen noch nicht. Zustimmen müssen noch die Länder. Zuletzt hatten einige Länder eine Kompensation der Einnahmeausfälle durch den Bund gefordert. Außerdem hätte der Kinderfreibetrag aus verfassungsrechtlichen Gründen bereits 2014 angehoben werden müssen. Dies macht das Steuerentlastungspaket aus Sicht von Steuer- und Rechtsexperten rechtlich angreifbar.

Die beschlossenen Maßnahmen im Einzelnen

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt in diesem Jahr von 8.354 auf 8.472 Euro - das ist eine Erhöhung von 118 Euro. 2016 wird er um weitere 180 Euro auf dann 8.652 Euro angehoben.

Der Kinderfreibetrag für 2015 wird von derzeit 4.368 Euro auf 4.512 Euro erhöht, 2016 dann auf 4.608 Euro pro Jahr.

Das monatlich gezahlte Kindergeld soll wird rückwirkend ab Januar 2015 um 4 Euro pro Monat angehoben werden. Das entspricht 48 Euro pro Jahr und Kind. 2016 soll es um weitere 2 Euro je Kind und Monat bzw. 24 Euro pro Jahr angehoben werden.

Mit dem Kinderzuschlag für Geringverdiener soll verhindert werden, dass sie zusätzlich zum Einkommen noch Hartz-IV-Leistungen beziehen müssen. Der Kinderzuschlag soll ab Juli 2016 um 20 Euro auf 160 Euro monatlich angehoben werden.

Rückwirkend ab Januar 2015 soll auch der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende um 600 Euro auf dann 1.908 Euro jährlich steigen. Neu ist, dass sich der Gesamtbetrag künftig nach der Zahl der im Haushalt lebenden Kinder richtet: Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um jeweils 240 Euro.

Durch leichte Änderungen beim Einkommensteuertarif soll ab 2016 der Effekt der "kalten Progression" etwas abgemildert werden. Dieser Effekt entsteht, wenn Lohnerhöhungen zwar die Inflation ausgleichen, die reele Kaufkraft des Arbeitnehmers nicht steigt, weil er gleichzeitig wieder überproportional mehr Steuern abgezogen bekommt.

Schlagworte zum Thema:  Alleinerziehende, Entlastungsbetrag, Grundfreibetrag, Kalte Progression

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