05.11.2013 | Serie Reisekostenreform 2014: Die endgültigen Neuregelungen

Einschränkung bei den Fahrtkosten für Sammel- und Treffpunktfahrten

Serienelemente
Privat organisierte Fahrgemeinschaften sind nicht von den einschränkenden Regelungen betroffen
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine gesetzlich einschneidende Änderung gilt für die Fahrtkosten bei bestimmten Arbeitnehmern ohne erste Tätigkeitsstätte. In vielen Fällen scheidet hier ein steuerfreier Fahrtkostenersatz aus.

Auch nach der Reisekostenreform 2014 können Fahrtkosten bei auswärtiger beruflicher Tätigkeit in Höhe der tatsächlichen Fahrtkosten oder alternativ in Höhe pauschaler Kilometersätze (z. B. 0,30 EUR pro gefahrenem Kilometer bei Benutzung des arbeitnehmereigenen Pkw) steuerfrei erstattet oder aber in der Steuererklärung des Mitarbeiters als Werbungkosten abgezogen werden.

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gelten auch 2014 weiterhin die Regelungen zur Entfernungspauschale; diese bleibt - nach ihrer Art und Höhe von 0,30 EUR je Entfernungskilometer - unverändert. Steuerfreie Arbeitgebererstattungen kommen hierfür nicht in Betracht; Fahrten mit dem Dienstwagen sind steuerpflichtig.

Zusätzlich gibt es noch eine weitere Einschränkung des Fahrtkostenersatzes für zwei Fallgruppen ohne erste Tätigkeitsstätte.

  • Sammelpunkt- oder Treffpunktfahrten

Bestimmt der Arbeitgeber durch arbeits- oder dienstrechtliche Festlegung, dass der Mitarbeiter sich typischerweise arbeitstäglich an einem dauerhaft festgelegten Ort einfinden soll, der die Kriterien für eine erste Tätigkeitsstätte nicht erfüllt, um von dort seine unterschiedlichen eigentlichen Einsatzorte aufzusuchen oder dort die Arbeit aufzunehmen (sog. Sammelpunkt), werden diese Fahrten des Mitarbeiters von der Wohnung zu diesem vom Arbeitgeber festgelegten Ort wie Fahrten zu einer ersten Tätigkeitsstätte behandelt; für diese Fahrten darf nur die Entfernungspauschale angesetzt werden.

Typische Sammelpunkte sind der Treffpunkt für einen betrieblichen Sammeltransport, ein Busdepot oder ein Fährhafen.

Beispiel

Kundendienstmonteure haben in der Regel keine erste Tätigkeitsstätte.

Wenn aber dauerhaft und typischerweise arbeitstäglich ein vom Arbeitgeber festgelegter Ort aufgesucht werden soll, werden die Fahrten von der Wohnung zu diesem Ort/Sammelpunkt ebenso behandelt, wie die Fahrten von der Wohnung zu einer ersten Tätigkeitsstätte. Ein steuerfreier Kostenersatz ist dann für diese Fahrten ausgeschlossen; bei Nutzung eines Dienstwagens wäre ein geldwerter Vorteil zu versteuern.

Privat organisierte Fahrgemeinschaften sind nicht betroffen

Treffen sich mehrere Arbeitnehmer typischerweise arbeitstäglich an einem bestimmten Ort, um von dort aus gemeinsam zu ihren Tätigkeitsstätten zu fahren, liegt kein Sammelpunkt vor.

  • Weiträumiges Arbeitsgebiet

Soll ein Arbeitnehmer auf Grund der Weisungen des Arbeitgebers seine berufliche Tätigkeit typischerweise arbeitstäglich in einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet ausüben, sind für die Fahrten von der Wohnung zu diesem Tätigkeitsgebiet ebenfalls die Regelungen zur Entfernungspauschale anzuwenden.

Beispiele

In einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet werden in der Regel z. B. Zusteller, Hafenarbeiter, Forstarbeiter tätig.

Hingegen sind z. B. Bezirksleiter und Vertriebsmitarbeiter, die verschiedene Niederlassungen betreuen oder mobile Pflegekräfte, die verschiedene Personen in deren Wohnungen in einem festgelegten Gebiet betreuen sowie Schornsteinfeger, von dieser Regelung nicht betroffen.

Keine Fiktion einer ersten Tätigkeitsstätte

Auf die Berücksichtigung von Verpflegungspauschalen oder Übernachtungskosten hat die vorstehende Sonderregelung keinen Einfluss. Es wird keine erste Tätigkeitsstätte fingiert, sondern nur die Anwendung der Entfernungspauschale für die Fahrtkosten von der Wohnung zu diesem Ort festgelegt, sowie die Besteuerung eines geldwerten Vorteils bei Firmenwagengestellung für diese Fahrten geregelt.

(Vgl. BMF, Schreiben vom 30. September 2013, IV C 5 - S 2353/13/10004)

Schlagworte zum Thema:  Entfernungspauschale, Fahrtkosten, Reisekosten, Doppelte Haushaltsführung, Erste Tätigkeitsstätte, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwand

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