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| Dienstwagen mit Chauffeur

Abholservice des Arbeitgebers muss zusätzlich versteuert werden

So komfortabel kommt nur ins Büro, wer einen Chauffeur hat
Bild: Haufe Online Redaktion

Überlässt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter einen Fahrer für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, führt das lohnsteuerrechtlich zu einem erheblichen Vorteil. Dieser muss versteuert werden.

In einem aktuellen Urteilsfall vor dem Bundesfinanzhof (BFH) war streitig, inwieweit ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellter Dienstwagen samt Fahrer für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als geldwerter lohnsteuerlicher Vorteil zu erfassen ist. Das Finanzamt vertrat die Auffassung, dass der Nutzungsvorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nach der so genannten 0,03-%-Zuschlagsregelung anzusetzen ist - plus zusätzlich nochmals zu erhöhen sei, für die Vorteile aus der Fahrergestellung. 

BFH revidiert seine frühere Ansicht

Der BFH hatte in der Vergangenheit Zweifel geäußert, ob die Gestellung eines Fahrers für die Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte zu einem zusätzlichen geldwerten Vorteil führt (vgl. BFH, Urteil vom 22. September 2010, VI R 54/09, BStBl 2011 II S. 345). 

Chauffeurdienste als zusätzlicher geldwerter Vorteil

Mit seinem neuen Urteil folgt der BFH aber der Auffassung der Finanzverwaltung: Für die Annahme eines geldwerten Vorteils komme es nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer in dem mit Fahrer überlassenen Firmenwagen bereits auf dem Weg zur Arbeitsstätte büromäßige Tätigkeiten tatsächlich ausübt oder ausüben könnte. Entscheidend ist vielmehr, dass der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter eine Dienstleistung in Form der Personalüberlassung zur Verfügung stellt, die für sich betrachtet einen Wert hat. Diese Personalüberlassung betrifft nicht den unmittelbaren betrieblichen Bereich des Arbeitgebers. Insofern ist sie ein vom Arbeitgeber zugewendeter Vorteil, dem Entlohnungscharakter zukommt. 

Wie der Sachbezug "Chauffeur" zu bewerten ist

Nach dem Urteil ist auch die Personalüberlassung ein Sachbezug, der mit dem um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreis am Abgabeort anzusetzen ist. Der Wert einer solchen, von einem fremden Dritten bezogen Dienstleistung kann geschätzt werden und muss nicht zwingend den zeitanteiligen Personalkosten des Arbeitgebers entsprechen. 

Was die Lohnsteuer-Richtlinien dazu sagen

Die Lohnsteuer-Richtlinien sehen bei einer Fahrergestellung eine Erhöhung des geldwerten Vorteils für die Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte um 50 % vor (R 8.1 Abs. 10 LStR).

Dem ist der Bundesfinanzhof nicht gefolgt. Aber: zumindest wenn kein anderer Nachweis erbracht wird, ist damit zu rechnen, dass die Finanzverwaltung hieran festhalten wird. 

(BFH, Urteil vom 15. Mai 2013, VI R 44/11 - veröffentlicht am 21.8.2013)

Haufe Online Redaktion

Dienstwagen, Kfz-Privatnutzung, Geldwerter Vorteil

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