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10.10.2013 | Serie Reisekostenreform 2014: Die endgültigen Neuregelungen

Erste Tätigkeitsstätte ersetzt regelmäßige Arbeitsstätte

Serienelemente
Studieren für den Meisterkurs: die Fahrten zur Bildungseinrichtung können nur in Höhe der Entfernungspauschale berücksichtigt werden
Bild: Haufe Online Redaktion

Ab 2014 wird der Reisekostenbegriff der "beruflichen Auswärtstätigkeit" neu definiert: eine berufliche Auswärtstätigkeit liegt ab 2014 immer dann vor, wenn der Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig wird.

Für die sog. erste Tätigkeitsstätte gilt - wie bisher bei regelmäßigen Arbeitsstätten - nur ein beschränkter Werbungskostenabzug (Entfernungspauschale, keine Verpflegungspauschalen). Zudem ergibt sich bei der Dienstwagennutzung für die Fahrten dorthin ein zusätzlicher geldwerter Vorteil (regelmäßig 0,03 % des Listenpreises je Entfernungskilometer).

Für die Definition der ersten Tätigkeitsstätte gelten insbesondere folgende Grundsätze: 

  • Tätigkeitstätte ist eine ortsfeste betriebliche Einrichtung. Fahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe oder Tätigkeitsgebiete ohne ortsfeste betriebliche Einrichtungen sind keine Tätigkeitsstätten. Nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums (BMF) gehören hingegen Baustellen zu den ortsfesten Einrichtungen, soweit die Arbeiten in oder an einem Gebäude durchgeführt werden. Das häusliche Arbeitszimmer eines Mitarbeiters (Home-office) kann auch zukünftig keine erste Tätigkeitsstätte sein.
  • Der Anwendungsbereich der ersten Tätigkeitsstätte wird weiter gefasst als der Begriff der regelmäßigen Arbeitsstätte. Insbesondere für die Abordnungen innerhalb von Konzernen, für die Zeitarbeitnehmer und für Mitarbeiter, die dauerhaft bei einem Kunden eingesetzt sind, wollte der Gesetzgeber die steuerlichen Vorteile von Dienstreisen ausschließen. Er hat daher ab 2014 die Einschränkung des Bundesfinanzhofs (BFH) außer Kraft gesetzt, wonach eine "regelmäßige Arbeitsstätte" nur beim eigenen Arbeitgeber sein kann.

Einrichtung des Arbeitgebers oder andere (arbeitgeberfremde) Einrichtung

Eine erste Tätigkeitsstätte kann ab 2014 sein:

  • eine ortsfeste Einrichtung des Arbeitgebers,
  • die ortsfeste Einrichtung eines verbundenen Unternehmens nach § 15 AktG oder
  • die ortsfeste Einrichtung eines Dritten, z. B. eines Kunden, Mandanten, einer Entleihfirma.

Dadurch kann sich insbesondere auch bei Leiharbeitnehmern und beim Outsourcing von Mitarbeitern eine erste Tätigkeitsstätte ergeben.

Höchstens eine erste Tätigkeitsstätte je Dienstverhältnis

Ein Arbeitnehmer kann je Dienstverhältnis höchstens eine erste Tätigkeitsstätte haben. Hingegen kann ein Mitarbeiter mit mehreren Dienstverhältnissen auch mehrere erste Tätigkeitsstätten haben - je Dienstverhältnis jedoch höchstens eine!

Zusätzlich entscheidend: dauerhafte Zuordnung

Zusätzlich erforderlich ist aber in allen Fällen eine dauerhafte Zuordnung bzw. Tätigkeit. Hier liegt eine der größten Klippen des neuen Reisekostenrechts 2014. Deshalb informieren wir Sie hierzu in einer eigenen Folge dieser Serie .

Bildungseinrichtung als erste Tätigkeitsstätte

Erste Tätigkeitsstätte kann ab 2014 eine Bildungseinrichtung sein, die außerhalb eines Arbeitsverhältnisses zum Zwecke eines Vollzeitstudiums oder einer vollzeitigen Bildungsmaßnahme aufgesucht wird. Durch diese Neuregelung ist ab 2014 die anderslautende Rechtsprechung des BFH überholt.

(Vgl. BMF, Schreiben vom 30. September 2013, IV C 5 - S 2353/13/10004)

Haufe Online Redaktion

Erste Tätigkeitsstätte, Reisekosten, Regelmäßige Arbeitsstätte, Berufliche Auswärtstätigkeit, Doppelte Haushaltsführung, Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwand

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