29.10.2014 | Serie Reisekostenreform 2014: Ergänztes BMF-Schreiben

Neues zur ersten Tätigkeitsstätte

Serienelemente
Reisekostenreform 2014: Das BMF veröffentlichte den ergänzten Anwendungserlass mit neuen Beispielen.
Bild: Michael Bamberger

Die Verwaltung hat den Anwendungserlass zur Reisekostenreform 2014 überarbeitet. Das ergänzte Einführungsschreiben enthält neue Beispiele, geklärte Zweifelsfragen und einige Neuregelungen, die ab sofort zu beachten sind.

Das neue Reisekostenrecht gilt seit Januar 2014. Die Vorschriften wurden erstmals gesetzlich geregelt, um den Anwendern mehr Rechtssicherheit zu geben. Bereits vor dem Start zum 1.1.2014 hatte die Finanzverwaltung ein umfangreiches Anwendungsschreiben herausgegeben (vgl. Bundesfinanzministerium, Einführungsschreiben zur Reisekostenreform 2014 vom 30. September 2013). 

Wie nicht anders zu erwarten, sind bei der praktischen Umsetzung Schwierigkeiten und Zweifelsfragen aufgetreten. Diese Probleme soll ein überarbeiteter und um zahlreiche Beispiele ergänzter Anwendungserlass beseitigen. Das erweiterte Einführungsschreiben ist rückwirkend ab Januar 2014 anzuwenden (vgl. Bundesfinanzministerium, ergänztes Einführungsschreiben zur Reisekostenreform 2014 vom 24. Oktober 2014).

Neues zur ersten Tätigkeitsstätte  

Gerade beim neu eingeführten Begriff der ersten Tätigkeitsstätte blieben Fragen offen. Der neue Verwaltungserlass zum Reisekostenrecht 2014 gibt auf viele Fragen eine Antwort. Bis Ende 2013 war die sog. regelmäßige Arbeitsstätte der maßgebende Begriff des lohnsteuerlichen Reisekostenrechts. Zentraler Punkt der zum 1. Januar 2014 in Kraft getretenen Reisekostenreform 2014 ist die gesetzliche Definition der sog. ersten Tätigkeitsstätte. Folglich liegt nunmehr eine zu Reisekosten führende beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit vor, wenn der Mitarbeiter außerhalb seiner Wohnung und nicht an seiner ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig wird.

Der Mitarbeiter kann je Dienstverhältnis höchstens eine erste Tätigkeitsstätte, ggf. aber auch keine erste Tätigkeitsstätte haben.

Neu ist hier: Es wurde ergänzt, dass Arbeitnehmer ohne erste Tätigkeitsstätte außerhalb ihrer Wohnung immer auswärts tätig sind.

Bestimmung der Tätigkeitsstätte

Die Bestimmung der ersten Tätigkeitsstätte erfolgt vorrangig anhand der dienst- oder arbeitsrechtlichen Festlegungen durch den Arbeitgeber. Sind solche nicht vorhanden oder sind die getroffenen Festlegungen nicht eindeutig, werden hilfsweise zeitliche (quantitative) Kriterien herangezogen (vgl. § 9 Absatz 4 Satz 4 EStG).

Neu ist hier: Es wurde der Hinweis ergänzt, dass das häusliche Arbeitszimmer des Mitarbeiters keine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers oder eines Dritten ist und daher auch keine erste Tätigkeitsstätte sein kann. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber vom Mitarbeiter einen oder mehrere Arbeitsräume anmietet, die der Wohnung des Mitarbeiters zuzurechnen sind.

(Quelle: Bundesfinanzministerium, ergänztes Einführungsschreiben zur Reisekostenreform 2014 vom 24. Oktober 2014, IV C 5 - S 2353/14/10002)

Hinweis: Weitere Änderungen und Klarstellungen werden Sie in den nächsten Tagen in dieser News-Serie erhalten.

Schlagworte zum Thema:  Reisekosten, Erste Tätigkeitsstätte, Häusliches Arbeitszimmer

Aktuell

Meistgelesen