Ab 2019 sollen Bürgerinnen und Bürger von steuerlichen Entlastungen profitieren. Bild: Haufe Online Redaktion

Ein vom Bundesfinanzministerium vorgestelltes Gesetzesvorhaben enthält geplante Erhöhungen des lohnsteuerfrei bleibenden Existenzminimums für die Jahre 2019 und 2020 sowie eine Anhebung des Kindergeldes ab Mitte 2019.

Bei der Besteuerung ist auch das mit steigenden Preisen verbundene höhere Existenzminimum der steuerpflichtigen Menschen und ihrer Kinder zu berücksichtigen. Deshalb nimmt der Gesetzgeber seit einigen Jahren kontinuierlich immer wieder kleine Änderungen am Einkommensteuertarif und damit auch bei der Lohnsteuer vor. Das soll auch in den kommenden beiden Jahren so fortgesetzt werden. Das jetzt im Entwurf vom Bundesfinanzministerium vorgestellte Gesetz zur Stärkung und steuerlichen Entlastung der Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen (Familienentlastungsgesetz – FamEntlastG) setzt entsprechende Vereinbarungen des Koalitionsvertrags um.

Grundfreibetrag und Kinderfreibetrag sollen steigen 

Im Einzelnen sind insbesondere folgende Änderungen vorgesehen:

  • Der lohnsteuerfreie Grundfreibetrag steigt in zwei Schritten von jetzt 9.000 Euro um 168 Euro (2019) auf 9.168 Euro (2019) und um weitere 240 Euro auf 9.408 Euro (2020).
  • Der Kinderfreibetrag steigt von 4.788 Euro auf 4.980 Euro (2019) und auf 5.172 Euro (2020). Hinzu kommt jeweils der unveränderte Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf in Höhe von 2.640 Euro.

Entlastungen bereits beim Lohnsteuerabzug ab 2019 

Die Änderungen am Einkommensteuertarif sind auch beim Lohnsteuerabzug zu berücksichtigen. Die Entlastungen dürften sich beim einzelnen Mitarbeiter aber nur auf wenige Euro monatlich belaufen. Die erste Stufe der Verbesserungen soll schon beim Lohnsteuerabzug ab Januar 2019 wirksam werden. Mit einer Verabschiedung des Gesetzes im Herbst 2018 ist deshalb zu rechnen.

Die geänderten Kinderfreibeträge wirken sich nur beim Solidaritätszuschlag und ggf. bei der Kirchensteuer aus. Gleichzeitig wird aber das regelmäßig von den Familienkassen ausgezahlte Kindergeld von jetzt 194 Euro (für das erste und zweite Kind) zur Mitte nächsten Jahres (01.07.2019) um zehn Euro monatlich je Kind auf 204 Euro angehoben. Für weitere Kinder wird das Kindergeld ebenfalls um zehn Euro auf 210 Euro bzw. 235 Euro jährlich angehoben. Von dieser Änderung dürften Familien am meisten profitieren.

Abschaffung des Solidaritätszuschlags ist noch nicht enthalten 

Der Gesetzentwurf enthält – erwartungsgemäß – noch nicht die von der neuen Bundesregierung geplante, teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Zur finanziellen Entlastung kleinerer und mittlerer Einkommen soll der Solidaritätszuschlag in einem ersten Schritt (ab 2021) für rund 90 Prozent der Zahler durch eine Freigrenze (mit Gleitzone) abgeschafft werden.

Schlagworte zum Thema:  Lohnsteuerabzug, Tarif, Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag, Solidaritätszuschlag

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