22.01.2013 | Top-Thema Entgeltnachweise 2012: Wichtige Meldungen zur UV und KSK

Künstlersozialabgabe: Was ist zu beachten?

Kapitel
Wird Honorar an Künstler gezahlt ist auch die KSA fällig.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Zu melden sind für die Künstlersozialabgabe alle in 2012 an selbstständige Künstler/Publizisten gezahlten Entgelte.

Als Entgelt gelten dabei sämtliche Aufwendungen, die der Unternehmer aufgebracht hat um die künstlerische/publizistische Leistung zu erhalten oder zu nutzen. Das schließt Gagen, Honorare, Tantiemen, Lizenzen, Ausfallhonorare und auch freiwillige Leistungen zu Lebensversicherungen, Pensionskassen o. ä. mit ein. Zum Entgelt gehören grundsätzlich auch alle Nebenkosten, die einem selbstständigen Künstler gezahlt bzw. erstattet werden.

Auch nebenberufliche Künstler sind meldepflichtig

Die Beitragspflicht zur Künstlersozialkasse (KSK) schließt auch nebenberufliche Künstler/Publizisten mit ein. Es spielt dabei keine Rolle, ob die künstlerische/publizistische Tätigkeit berufsmäßig ausübt wird. Das bedeutet, dass auch eine an „nebenher tätige“ Studenten oder Rentner gezahlte Vergütung melde- und beitragspflichtig ist.

Steuerliche Beurteilung spielt keine Rolle

Völlig unerheblich für die Künstlersozialabgabepflicht ist die steuerliche Einstufung. Die Melde- und Beitragspflicht erfasst alle künstlerisch/publizistisch tätigen Gewerbetreibenden und Freiberufler. Die Entgeltmeldung an die KSK gilt im Übrigen auch für nichtversicherte Künstler/Publizisten - auch an diese Personen gezahlte Vergütungen sind beitragspflichtig. Hintergrund ist: Wettbewerbsnachteile gegenüber versicherten Anbietern sollen vermieden werden.

Nicht zur Bemessungsgrundlage gehören:

  • gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer des Künstlers/Publizisten
  • Zahlungen an eine KG oder juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts (GmbH, AG, e. V., öffentliche Körperschaften und Anstalten etc.)
  • steuerfrei erstattete Reisekosten
  • steuerfreie Aufwandsentschädigungen (z. B. Übungsleiterpauschale)

Wichtig: Abzugsverbot beim Honorar

Arbeitgeber sind nicht berechtigt, ihren Anteil an der Sozialversicherung, der in Form der Künstlersozialabgabe anfällt, dem Künstler/Publizisten vom Entgelt  abzuziehen. Es darf auch nicht ein von vornherein entsprechend vermindertes Entgelt ausgehandelt werden. Derartige Vereinbarungen sind von Anfang an nichtig.

Frist für die KSK-Meldung

Im Jahr 2013 müssen abgabepflichtige Unternehmen der KSK bis zum 2.4.2013 die erforderlichen Angaben liefern. Abgabepflichtige Unternehmer müssen auf dem zur Verfügung gestellten Meldebogen mitteilen, wie hoch die Umsätze mit selbständigen Künstlern/Publizisten im Jahre 2012 gewesen sind. Die Frist hierfür läuft im Jahr 2013 bis zum 2.4.2013 (statt 31.3.2013), da es wegen Ostern eine Fristverlängerung gibt.

Arbeitgeber, die ihren Meldepflichten nicht oder nicht rechtzeitig nachkommen, werden von der KSK nach branchenspezifischen Durchschnittswerten geschätzt. Die Schätzung kann später nur durch die Abgabe der konkreten Entgeltmeldung berichtigt werden.

Vorsicht: Werden die gesetzlichen Melde- und Aufzeichnungspflichten verletzt, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld verfolgt werden kann.

Onlinemeldung mit Signatur möglich

Im elektronischen Formularcenter der KSK kann die Entgeltmeldung online übermittelt werden. Dazu ist aber eine elektronische Signatur erforderlich (Kartenleser und Signaturkarte mit qualifizierter elektronischer Signatur). Alternativ kann das Meldeformular am Bildschirm ausgefüllt und nach Ausdruck auf dem herkömmlichen Postweg versandt werden.

Schlagworte zum Thema:  Künstlersozialkasse, Künstlersozialabgabe, Publizist, Künstler, Unfallversicherung, DEÜV

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