22.01.2013 | Top-Thema Entgeltnachweise 2012: Wichtige Meldungen zur UV und KSK

Inhalte beim Lohnnachweis

Kapitel
Welche Daten müssen in Lohnnachweis angegeben werden?
Bild: Michael Bamberger

Bei den Unfallversicherungsträgern gibt es keine Beitragsbemessungsgrenze wie in den anderen Sozialversicherungszweigen. Stattdessen ist ein arbeitnehmerbezogener Höchstjahresarbeitsverdienst zu beachten.

Der Höchstjahresarbeitsverdienst (Höchst-JAV) wird von jedem Unfallversicherungsträger (UVT) in Eigenregie festgesetzt. Nur bis zu dieser Grenze ist das Entgelt zur Unfallversicherung beitragspflichtig. Entsprechend darf auch das Entgelt nur bis zu dieser Höhe in den Meldungen bescheinigt werden.

Vorsicht ist hier insbesondere bei Teilzeiträumen geboten: Es sind keine anteiligen täglichen oder monatlichen Werte des JAV zu bilden. Auch wenn ein Arbeitnehmer im laufenden Jahr im Betrieb eintritt oder ausscheidet, ist das Entgelt bis zum Höchst-JAV beitragspflichtig.

Maßgebende Höchst-JAV-Grenze

Bei der Angabe der Entgeltsumme muss die jeweilige Höchst-JAV-Grenze des UVT beachtet werden. Diese wird teilweise auch erst rückwirkend festgelegt. So hat z. B. die BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse im Januar 2012 die Höchst-JAV-Grenze branchenbezogen rückwirkend ab Januar 2011 geändert!

Die Tabelle zeigt exemplarisch den Höchst-JAV einiger gewerblicher Berufsgenossenschaften für 2012.

Berufsgenossenschaft

Höchst-JAV in EUR

BG Rohstoffe und chemische Industrie

74.400

Berufsgenossenschaft Holz und Metall

84.000

BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse

84.000 (Textil, Elektro, Feinmechanik, Energie, Wasserwirtschaft)

75.000 (Druck- und Papierverarbeitung)

BG Nahrungsmittel und Gastgewerbe

62.400

72.000 (Fleischwirtschaftliche Unternehmen)

BG der Bauwirtschaft

62.400

BG Handel und Warendistribution

72.000

Verwaltungs-BG

84.000

Wie wird die Gefahrtarifstelle zugeordnet?

Die Gefahrtarifstellen (auch Strukturschlüssel oder Gewerbezweig) entsprechen der Veranlagung jedes einzelnen Unternehmens zum jeweiligen UVT. Wenn die Tätigkeit eines Arbeitnehmers mehrere Gefahrtarifstellen betrifft, gilt die Tarifstelle, in der der Arbeitnehmer hauptsächlich tätig gewesen ist. Kann ein Arbeitnehmer keinem Bereich eindeutig oder überwiegend zugeordnet werden, gilt die niedrigste Gefahrklasse. Wichtig: Ausschlaggebend ist die tatsächliche Tätigkeit des Mitarbeiters. Ausbildungsberuf oder arbeitsvertragliche Bezeichnungen spielen keine Rolle.

Meldepflichtiges Entgelt

Zum beitragspflichtigen Entgelt gehören grundsätzlich alle steuerpflichtigen Bezüge. Das schließt auch Sachbezüge wie Privatnutzung von Firmenwagen, Mietwertvorteile oder Jubiläumszuwendungen mit ein. Ebenfalls beitragspflichtig sind die Entgelte für Aushilfen und geringfügig Beschäftigte, gleich, ob sie steuerpflichtig, pauschal versteuert oder steuerfrei gezahlt wurden. Daneben sind auch lohnsteuerfreie Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit ebenfalls unfallversicherungspflichtig.

Stolperfalle Beitragserhebung bei flexibler Arbeitszeit

Als Langzeitkonten geführte und für eine spätere Freistellung von der Arbeitsleistung vorgesehene Wertguthaben, sind in den anderen SV- Zweigen erst bei Auszahlung zu verbeitragen (Zuflussprinzip). Dies gilt nicht für die Unfallversicherung: Hier unterliegen die Wertguthaben schon beim Entstehen, also wenn die Arbeit geleistet wird, der Beitragspflicht (Entstehungsprinzip). Folglich besteht beim Abbau des Wertguthabens nicht erneut Beitragspflicht zur UV.

Arbeitsstunden pro Gefahrtarifstelle

Hier sind die tatsächlich geleisteten Stunden ohne Urlaubs-, Krankheits- und Abwesenheitsstunden anzugeben. Dabei kann für jeden vollbeschäftigten Arbeitnehmer ein Durchschnittssatz von 1.600 Arbeitsstunden (Vollarbeiterrichtwert für das Kalenderjahr 2012) jährlich zugrunde gelegt werden. Bei nicht ganzjähriger oder nicht ganztägiger Tätigkeit ist eine entsprechende anteilige Kürzung erforderlich.

Termin für den Lohnnachweis

Der Lohnnachweis muss nach den gesetzlichen Bestimmungen innerhalb von 6 Wochen nach Ablauf des Kalenderjahres eingereicht werden. Das ist für das Jahr 2012 spätestens bis zum 11.2.2013. An diesem Tag muss der Nachweis beim zuständigen UVT vorliegen. Wird der Termin versäumt, werden die Arbeitsentgelte geschätzt, damit die Beitragserhebung termingerecht durchgeführt werden kann.

Schlagworte zum Thema:  Gefahrtarifstelle, Lohnnachweis, Künstlersozialkasse, Unfallversicherung, DEÜV

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