Entgeltabrechnung: Was ist bei Fitness-Firmenmitgliedschaftsmodellen zu beachten? Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung stehen bei vielen auch in diesem Jahr wieder auf der Liste der guten Vorsätze. Arbeitgeber unterstützen diese Vorsätze teilweise durch den Abschluss sogenannter Fitness-Firmenmitgliedschaftsmodelle. Was müssen Sie als Arbeitgeber beachten?

Fitness-Firmenmitgliedschaftsmodelle sehen vor, dass Unternehmen nur für einen geringen Teil ihrer Belegschaft Beiträge zahlen und damit das Recht erwerben, alle Beschäftigten bei den Verbundpartnern trainieren zu lassen. Zu den regionalen und überregionalen Verbundpartnern gehören im Regelfall Fitnessstudios, Schwimmbäder und weitere Sporteinrichtungen.

Keine Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 34 EStG

Zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung sind steuerfrei, sofern diese hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a SGB V genügen und 500 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen. Die im Rahmen der Fitness-Firmenmitgliedschaft bestehenden Nutzungsmöglichkeiten umfassen auch viele Angebote, die die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit nicht erfüllen. Dazu zählt zum Beispiel die Nutzung von Fitnessstudios. Daher kann Steuerfreiheit aufgrund dieser Rechtsvorschrift nicht angenommen werden.

Steuerrechtliche Auswirkungen im Rahmen der 44 Euro Freigrenze

Maßgebend für die Bewertung des geldwerten Vorteils aus der Nutzung der Fitness-Firmenmitgliedschaft ist der übliche Endpreis am Abgabeort, vermindert um die üblichen Preisnachlässe. Dieser liegt aufgrund der umfangreichen Nutzungsmöglichkeiten im Regelfall über 44 Euro monatlich. Die zwischen dem Anbieter und dem Arbeitgeber vereinbarten Kosten sind insoweit nicht der Bewertungsmaßstab.

Ferner handelt es sich im Normalfall um eine Jahresmitgliedschaft. Der Arbeitnehmer erhält einen Mitgliedsausweis ausgehändigt, der ihm für ein Jahr die Nutzung der Einrichtungen der Verbundpartner ermöglicht. Damit ist der Zufluss des geldwerten Vorteils einmalig für die gesamte Nutzungsdauer zu erfassen. Unbedeutend sind in diesem Zusammenhang die zwischen dem Anbieter und dem Arbeitgeber vereinbarten Zahlungsmodalitäten.

Sofern der geldwerte Vorteil durch einen direkten Eigenanteil des Mitarbeiters an den Arbeitgeber (z. B. durch Gehaltsabzug) unter der Grenze von monatlich 44 Euro liegt besteht Steuerfreiheit.

Pauschalversteuerung möglich

Der Arbeitgeber kann den geldwerten Vorteil des Arbeitnehmers für die Fitness-Firmenmitgliedschaft im Rahmen der Regelungen des § 37b ESTG mit 30 % pauschal besteuern. Berechnungsgrundlage sind die vom Arbeitgeber mit dem Anbieter vereinbarten Bruttovergütungen. Diese mindern sich um die ggf. vom Arbeitnehmer zu entrichtenden Eigenbeteiligungen.

Sozialversicherungsrechtliche Behandlung

Bei Fitness-Firmenmitgliedschaftsmodellen ergeben sich keine Möglichkeiten, den geldwerten Vorteil des Arbeitnehmers beitragsfrei zu gewähren. Auch bei einer Pauschalversteuerung nach § 37b EStG bleibt es bei der Beitragspflicht des geldwerten Vorteils.

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Schlagworte zum Thema:  Entgeltabrechnung, Löhne und Gehälter

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