30.01.2013 | Serie Jahreswechsel 2012/2013

Dienstwagen: Rabatt für den Elektroantrieb

Serienelemente
Elektroantrieb: Strom tanken und Steuern sparen
Bild: Haufe Online Redaktion

Elektrofahrzeuge als Dienstwagen sind wegen der hohen Anschaffungskosten steuerlich noch ein teures Vergnügen. Ein neue gesetzliche Regelung soll hier Abhilfe schaffen. Weitere Neuregelungen lesen Sie in unserer Serie zum Jahreswechsel 2012/2013.

Noch sind es nur wenige Tausend Elektroautos, die auf unseren Straßen zu finden sind. Nach dem Willen der Politik sollen bis 2020 bereits eine Million Elektrofahrzeuge ohne klimaschädlichen CO2-Ausstoß auf deutschen Straßen unterwegs sein. Dazu beitragen sollen die Unternehmen, die ihren Arbeitnehmern die Auswahl eines elektrobetriebenen Dienstfahrzeugs durch einen Rabatt schmackhaft machen können.

Batteriekosten sollen unberücksichtigt bleiben

Der hohe Preis von Elektroautos hat seine Ursache im Wesentlichen in den Zusatzkosten, die für die Stromspeicher ausgegeben werden müssen. Zurzeit sind dies inklusive der Regelelektronik rund 10.000 EUR für eine gängige Batteriekapazität. Die Folge ist ein höherer Bruttolistenpreis, der sich nachteilig auf die Dienstwagenbesteuerung auswirkt. Der Entwurf des Jahressteuergesetzes 2013 sieht hier Abhilfe vor: Der geldwerte Vorteil für die Überlassung eines Elektroautos als Dienstwagen soll sich danach aus dem Bruttolistenpreis abzüglich der darin enthaltenen Kosten für den Akkumulator berechnen. Für die Kürzung ist ein Abschlag von 500 EUR pro kWh der Batteriekapazität vorgesehen. Die Kürzung ist auf einen Maximalbetrag von 10.000 EUR begrenzt.

Beispiel

Ein Mitarbeiter bekommt ein neu angeschafftes Elektroauto als Firmenwagen und darf dies auch privat nutzen. Der Bruttolistenpreis beträgt 32.000 EUR - inklusive 7.000 EUR für den Akkumulator mit einer Batteriekapazität von 14 kWh; die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beträgt 20 km. Der monatliche geldwerte Vorteil nach der Ein-Prozent-Methode berechnet sich für Elektroautos wie folgt:

Bruttolistenpreis nach Abzug Kosten Akkumulator:

25.000 EUR

Privatfahrten: 1 % aus 25.000 EUR =

250 EUR

Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte: 0,03 % aus 25.000 EUR × 20 km =

150 EUR

Monatlicher Sachbezug Firmenwagen:

400 EUR

Die Regelung soll zeitlich beschränkt für Elektrofahrzeuge gelten, die bis zum 31. Dezember 2022 angeschafft werden. Der Abschlag soll sich ab 2014 jährlich um 50 EUR pro kWh Speicherkapazität mindern. Die Kürzung des Bruttolistenpreises soll nur dort zulässig sein, wo der Kaufpreis auch die Batterie umfasst. Modelle, bei denen die Akkumulatoren nur mietweise überlassen werden, der Kaufpreis also nur das Elektrofahrzeug selbst umfasst, sind von der neuen Sonderregelung nicht betroffen.

Batterie und Fahrtenbuchmethode

Wird ein Fahrtenbuch geführt, erhöhen die Kosten für die Batterie in Form der Abschreibung den Kilometersatz und damit im Ergebnis den lohnsteuerpflichtigen geldwerten Vorteil. Entsprechend der Systematik bei der Ein-Prozent-Regelung bleibt nach der geplanten Gesetzesfassung der Kaufpreisanteil für den Akkumulator bei der Ermittlung des Kilometersatzes außer Ansatz.

Jahressteuergesetz 2013 fand keine Mehrheit im Bundestag 

Der Bundestag hat am 17. Januar 2013 einen Einigungsvorschlag des Vermittlungsausschusses zum Jahressteuergesetz 2013 abgelehnt. Theoretisch möglich ist, dass der Bundestag ein weiteres Vermittlungsverfahren anstrengt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Teile des Gesetzentwurfs zum Jahressteuergesetz 2013 - insbesondere die Steuerförderung von Elektroautos - in neuen Gesetzgebungsverfahren geregelt werden.

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