22.05.2014 | Dienstrad statt Dienstwagen

Das Radl auf der Lohnabrechnung

Wie das Dienstrad von der Straße auf die Lohnabrechnung kommt
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Commerzbank stellt diese Woche ein Bikelease-Angebot für ihre Mitarbeiter vor. Der Vorteil für die Umwelt liegt klar auf der Hand - der Vorteil für die Mitarbeiter: Steuern sparen. Lesen Sie, was der neue Trend "Dienstrad" für die Lohnabrechnung bedeutet.

Darf sich ein Arbeitnehmer mit einem Dienstrad auch privat fortbewegen, muss dies auf seiner Entgeltabrechnung als geldwerter Vorteil erscheinen. Der geldwerte Vorteil des Dienstrads ist - wie beim Dienstwagen - nach der Ein-Prozent-Regelung abzurechnen, so die obersten Finanzbehörden in einem gleichlautenden Ländererlass.

Durch diese typisierende und massentaugliche Abrechnungsform entfällt für den Arbeitgeber die umständliche Ermittlung des konkreten Sachbezug. Gleichzeitig entfällt aber auch die Möglichkeit, die 44-Euro-Regelung auszunutzen und damit (in Einzelfällen) auf eine Besteuerung des geldwerten Vorteils vollständig zu verzichten, wie es bei der Gewährung eines Jobtickets der Fall ist.

Wer schneller radelt, zahlt mehr

Die Analogie zur Pkw-Besteuerung hält die Finanzverwaltung allerdings nicht für alle Fahrradtypen aufrecht. Die aus der Dienstwagenbesteuerung bekannte zusätzliche Berücksichtigung eines geldwerten Vorteils für die Nutzung des Fahrzeugs für den Weg zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte, fällt nur an, wenn es sich um ein sogenanntes S-Pedelec handelt. Das ist der Fall, wenn sich die Unterstützung durch den Elektromotor auch bei Geschwindigkeiten über 25 km/h auswirkt.

Ausprobieren muss dies allerdings der Entgeltabrechner nicht, denn das S-Pedelec ist leicht von seinen steuergünstigeren Varianten zu unterscheiden. Es trägt ein kleines Kennzeichen und der Fahrer muss – nebenher bemerkt – mindestens auch den Mofa-Führerschein haben, wenn er nach dem 1. April 1963 geboren ist. Wer also ein normales Fahrrad oder Pedelec fährt, spart am meisten.

Entgeltprogramme bilden die Fahrradwelt leider noch nicht ab

Obwohl das Dienstfahrrad in der Praxis längst angekommen ist, hat sich der damit zusammmenhängende Bedarf der Praktiker, selbiges schnell und bequem abzurechnen und vor allem im Vorfeld über Schattenabrechnungen Aussagen über die Steuerkosten treffen zu können, bei den Herstellern vieler Entgeltabrechnungsprogramme noch nicht herumgesprochen.

Im Gegensatz zur klassischen Dienstwagenabrechnung, bei der über Eingabefelder und Hilfefunktionen vieles vorgedacht ist, sucht man vergeblich nach einer "Fahrrad-Eingabemaske", geschweige denn nach einem Auswahlmenü für die steuerlich unterschiedlich zu behandelnden Elektrovarianten. Auch mit fahrradspezifischen Erläuterungen in den Hilfefunktionen halten sich die Programmanbieter eher vornehm zurück und beschränken sich im Wesentlichen auf die von der Finanzverwaltung veröffentlichte "Dienstwagenanalogie".

Schlagworte zum Thema:  Dienstwagen, 1%-Regelung, E-Bike

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