01.08.2013 | Serie Reisekostenreform 2014: Das BMF-Entwurfschreiben

Die wichtigsten Änderungen der Reisekostenreform 2014

Serienelemente
Reisekostenabrechnung - künftig soll alles einfacher werden...
Bild: Michael Bamberger

Mit dem endgültig vom Gesetzgeber verabschiedeten "Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts" vom 20. Februar 2013 kommt es ab Januar 2014 zu vielfältigen Änderungen im steuerlichen Reisekostenrecht.

Kernziel der Reisekostenreform 2014 ist, das steuerliche Reisekostenrecht einfacher handhabbar zu machen. Profitieren sollen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Finanzverwaltung gleichermaßen: der Verwaltungsaufwand bei der Abrechnung von Dienstreisen soll für alle Beteiligten reduziert werden. 

Zu den wichtigsten Änderungen gehören:

  • "Erste Tätigkeitsstätte" statt "Regelmäßige Arbeitsstätte": Der Begriff der "regelmäßigen Arbeitsstätte" wird durch den neuen Begriff "erste Tätigkeitsstätte" ersetzt. Der Begriff der "Arbeitsstätte" (alt) bzw. "Tätigkeitsstätte" (neu) ist von zentraler Bedeutung für das Reisekostenrecht und entscheidend z. B. für den Werbungskosten- oder Betriebsausgabenabzug oder auch für steuerfreie Erstattungen des Arbeitgebers.

  • Nur noch "2" statt bisher "3" - Vereinfachung bei den Verpflegungspauschalen: Statt der bisherigen dreistufigen Staffelung (6/12/24 EUR) wird eine zweistufige Staffelung der Verpflegungspauschalen eingeführt (12/24 EUR). Außerdem gelten künftig neue Mindestabwesenheitszeiten - die Pauschale von 12 EUR wird bereits bei einer Mindestabwesenheitszeit von 8 Stunden gewährt (bisher: 14 Stunden); bei mehrtägiger Abwesenheit mit Übernachtung werden für An- und Abreisetag pauschal je 12 EUR gewährt - unabhängig von der Abwesenheitsdauer.

  • Bewertung von Arbeitgebermahlzeiten bei beruflicher Auswärtstätigkeit: Grundlegend neu ist auch die steuerliche Behandlung von Mahlzeiten, die der Arbeitnehmer während einer beruflichen Auswärtstätigkeit unentgeltlich bzw. verbilligt erhält. Zum einen wird dem hieraus entstehenden geldwerten Vorteil durch eine Kürzung der Verpflegungspauschalen Rechnung getragen werden. Zum anderen ergänzt eine neue Pauschalierungsvorschrift die Möglichkeiten der Steuerübernahme durch den Arbeitgeber, wenn der Arbeitnehmer während einer Dienstreise unentgeltlich verpflegt wird. 

Darüber hinaus gibt es weitere vielfältige Änderungen im Reisekostenrecht, u. a. bei der steuerlichen Berücksichtigung von Unterkunftskosten sowie hinsichtlich des Werbungskostenabzugs bzw. steuerfreien Arbeitgeberersatzes im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung. 

Bereits vor dem Inkrafttreten des Gesetzes zum 1.1.2014 hat die Verwaltung einen fast fertigen Entwurf eines Anwendungsschreibens herausgegeben. Diesen Entwurf haben nun die Verbände zur Prüfung und Stellungnahme erhalten. Es ist zwar davon auszugehen, dass bis zur endgültigen Veröffentlichung des BMF-Schreibens im Herbst 2013 noch einige Änderungen und Anregungen einfließen, die Grundsätze der Reisekostenreform 2014 sind jedoch bereits jetzt weitgehend unverrückbar. 

Der Umfang des BMF-Entwurfschreibens zur steuerlichen Reisekostenreform 2014 von über 40 Seiten lässt vermuten, dass es dann doch nicht so einfach wird...

Schlagworte zum Thema:  Erste Tätigkeitsstätte, Regelmäßige Arbeitsstätte, Reisekosten, Verpflegungsmehraufwand, Doppelte Haushaltsführung, Fahrtkosten, Übernachtungskosten

Aktuell

Meistgelesen