| Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Bundesregierung beschließt Steuersenkung und Entlastung für Alleinerziehende

Das Kabinett hat die Steuersenkung und mehr Entlastung für Alleinerziehende gebilligt.
Bild: PhotoDisc Inc.

Nach dem Bundesrat hat jetzt auch die Bundesregierung einer Steuerentlastung für Arbeitnehmer und einer besseren Unterstützung von Alleinerziehenden zugestimmt. Die kalte Progression soll ab- und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende stufenweise aufgebaut werden.

Der 2004 eingeführte Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von derzeit 1.308 Euro wird in zwei Stufen erhöht werden: Rückwirkend ab Januar 2015 soll der Entlastungsbetrag auf 1.608 Euro steigen und ab Januar 2016 um weitere 300 Euro auf dann 1.908 Euro. Außerdem soll er nach der Kinderzahl gestaffelt werden. Für das zweite und jede weitere Kind erhalten Alleinerziehende künftig jeweils 240 Euro Freibetrag zusätzlich.

Bundesregierung will kalte Progression abbauen

Zusätzlich zur Erhöhung von Kindergeld und Freibeträgen erhalten Arbeitnehmer eine weitere steuerliche Entlastung. Durch geringfügige Anpassungen des Steuertarifs soll die sog. kalte Progression ab 1. Januar 2016 - zumindest ein bisschen - abgebaut werden.

Der Einkommensteuertarif ist so konstruiert, dass die Belastung bei kleinen und mittleren Einkommen nicht gleichmäßig steigt. Sondern, wer mehr verdient, muss auch mehr Steuern zahlen (sog. progressiver Einkommensteuertarif). Dieser Effekt wird als "Kalte Progression" bezeichnet. Er entsteht, wenn Lohnerhöhungen lediglich die Inflation ausgleichen, aber die reele Kaufkraft des Arbeitnehmers nicht steigt. Als Faustformel gilt: Steigen die Löhne um 1 Prozent, steigt das Lohnsteueraufkommen durchschnittlich um 1,8 Prozent. Die kalte Progression ist auch ein Grund für steigende Steuereinnahmen.

Kostet viel - bringt wenig

Die geplanten steuerlichen Maßnahmen werden sich für die Steuerzahler kaum bemerkbar machen. Arbeitnehmer behalten einige Euro mehr im Monat im Geldbeutel - je nach Einkommenshöhe eher einstellige Beträge pro Monat. Den Staat kostet es jährlich 1,5 Milliarden Euro.

Der höhere Entlastungsbetrag für Alleinerziehende kostet den Staat 2015 rund 115 Millionen und ab 2016 jährlich 210 Millionen Euro.

Schlagworte zum Thema:  Alleinerziehende, Entlastungsbetrag, Grundfreibetrag, Kalte Progression

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