02.07.2012 | Betriebsprüfung

Elektronische Betriebsprüfung soll 2013 starten

Ab 2013 können die Daten elektronisch zur Prüfung an die DRV gehen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Eine vielversprechende Erleichterung für Arbeitgeber zeichnet sich für 2013 ab: Anstelle der persönlichen Prüfung vor Ort wird eine elektronisch unterstützte Betriebsprüfung auf freiwilliger Basis möglich.

Viele Arbeitgeber haben demnächst die Option auf eine deutliche Vereinfachung, wenn eine Betriebsprüfung angekündigt wird. Die elektronisch unterstützte Betriebsprüfung (euBP) der Deutschen Rentenversicherung (DRV) wird ab Januar 2013 zur Verfügung stehen. Derzeit schreibt die Prüfabteilung die Arbeitgeber an und informiert über diese Neuerung.

Geprüft wird auf dem Rechner

Das Verfahren der euBP beginnt mit der Datenabfrage beim Arbeitgeber. Um die Daten prüfen zu können, werden auch die Daten der Sozialversicherungsträger (Krankenkassen und Unfallversicherungsträger) benötigt, die ebenfalls abgefragt werden bzw. teilweise in den Datenbeständen der Rentenversicherung bereits vorliegen. Daraufhin kann die eigentliche Prüfung am Rechner des Prüfers erfolgen.

Prüfung vor Ort nur bei Unstimmigkeiten

Wenn sich dabei Unstimmigkeiten ergeben, folgt allerdings dann doch eine Prüfung vor Ort. Diese wird rechtzeitig angekündigt und meist deutlich kürzer als bei einem normalen, vollen Prüfumfang ausfallen können. Denn die Prüfer werden sich in diesen Fällen drauf beschränken, nur die konkret aufgetretenen Unstimmigkeiten aufzuklären.

Eine Prüfung am Betriebssitz kann vollständig entfallen, wenn die Abrechnungsdaten ausgewertet wurden und sich keine relevanten Prüfhinweise ergeben haben.

Unklar ist noch, ob der abschließende Prüfbescheid auf dem elektronischen Weg erteilt werden kann. Dies wäre eine wünschenswerte Option, denn es würde den Aufwand etwa zur Aufbewahrung weiter verringern.

Teilnahme ist nicht verpflichtend

Wenn alles rund läuft, ist kaum vorstellbar, dass Arbeitgeber an diesem Verfahren nicht teilnehmen wollen. Denkbar sind aber Situationen, wo es schon vor einer Betriebsprüfung Klärungs- oder Gesprächsbedarf gibt. Das ist dann auch kein Problem, denn die elektronische Prüfung erfolgt immer auf freiwilliger Basis. Wer will, kann nach wie vor den „old fashioned“ Besuch der Prüfer in den eigenen Räumen oder beim Steuerberater durchführen lassen. Dazu wird bei der Prüfankündigung, also zeitnah unmittelbar vor einer anstehenden Betriebsprüfung, eine entsprechende Information erfolgen.

Außenprüfungen der Finanzämter werden seit 2002 elektronisch unterstützt

Bereits seit 2002 können die Prüfer der Steuerbehörden auf die Daten der Betriebe zwecks digitaler Betriebsprüfung zugreifen. Das Verfahren sorgte anfangs für ein geteiltes Echo, da es nicht vom Start weg rund lief. Inzwischen hat sich das Verfahren etabliert und für eine deutliche Mehrheit der Arbeitgeber zu einem unverzichtbaren Tool entwickelt.

Schlagworte zum Thema:  Betriebsprüfung, Lohnsteueraußenprüfung

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