| Beschäftigung in der Gleitzone

Mit Midijobs Sozialabgaben sparen

Beitragsbelastung in der Gleitzone ist niedriger als beim Minijob.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Midijobs sind Beschäftigungen in der Gleitzone. Vielfach ist jedoch unbekannt: Arbeitgeber sind bei Beschäftigten mit einem Entgelt in der Gleitzone ebenso flexibel wie bei Minijobbern - und die Sozialabgaben sind sogar niedriger.

Der Arbeitgeber profitiert beim Midijob von einer geringeren Beitragsbelastung, der Gleitzonenbeschäftigte vom vollen Sozialversicherungsschutz. Midijobber buchen sozusagen ein günstiges "Rundum-sorglos-Paket", das bereits ab einem regelmäßigen Entgelt von 450,01 EUR zu haben ist.

Die Berechnung der Beiträge in der Gleitzone hört sich kompliziert an, ist aber im Grunde genommen einfach. Zudem unterstützt die zur Entgeltabrechnung eingesetzte Software die Arbeitgeber. 

Wann liegt ein Midijob vor?

Ein Midijob ist eine mehr als geringfügige Beschäftigung, fängt also da an, wo der Minijob aufhört und ist in der Regel voll sozialversicherungspflichtig. Ein Midijob liegt vor, wenn das Entgelt regelmäßig 450,01 bis 850 EUR im Monat beträgt. Bei Beschäftigungsbeginn sind alle für die nächsten 12 Monate mit hinreichender Sicherheit zu erwartenden laufenden und einmaligen Einnahmen zu addieren und durch 12 zu teilen. Wird ein Midijob festgestellt, ist dies bei der zuständigen Krankenkasse des Arbeitnehmers zu melden.

Meldungen an die Einzugsstelle

Für Midijobber sind die gleichen DEÜV-Meldungen einzureichen wie für Beschäftigte außerhalb der Gleitzone. Lediglich die Entgeltmeldung ist bei Gleitzonenbeschäftigung gesondert zu kennzeichnen. Darüber ist die GKV-Monatsmeldung abzugeben, wenn der Arbeitnehmer mehr als eine Beschäftigung in der Gleitzone ausübt (Mehrfachbeschäftigung).

GKV-Monatsmeldung und Krankenkassenmeldung

Mit der GKV-Monatsmeldung zeigt der jeweilige Arbeitgeber der Krankenkasse die Höhe des von ihm gezahlten Entgelts an. Die Krankenkasse teilt allen Arbeitgebern mit der Krankenkassenmeldung dann wiederum die Höhe des vom Arbeitnehmer erzielten Gesamtentgelts mit.

Durch dieses Verfahren können betroffene Arbeitgeber den auf sie entfallenden Anteil der beitragspflichtigen Einnahme feststellen und die Sozialversicherungsbeiträge korrekt berechnen.

Berechnung der Beiträge in der Gleitzone

In der Gleitzone wird das beitragspflichtige Entgelt über eine Formel reduziert. Ausgehend von diesem reduzierten Wert berechnet sich der Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Die Differenz zwischen dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag und dem nach dem tatsächlich erzielten Entgelt zu berechnenden Beitragsanteil des Arbeitgebers trägt der Arbeitnehmer.

Für dieses Berechnungsverfahren stehen professionelle Gleitzonenrechner zur Verfügung. Diese sind in guten Entgeltabrechnungsprogrammen bereits integriert.

Finanzielle Vorteile eines Midijobs für den Arbeitgeber

Während sich der Arbeitgeberbeitragsanteil für einen Minijob auf 28 Prozent des Entgelts beläuft, beträgt er bei einem Midijob nur 19,275 Prozent.

Beispiel

Beitragsbelastung des Arbeitgebers

Minijob mit Entgelt 450 EUR

126,00 EUR

Midijob mit Entgelt 451 EUR

  86,93 EUR

Zudem verschafft der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer damit einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Im Vergleich ergeben sich aus einer Gleitzonenbeschäftigung keine weiteren arbeitsrechtlichen Verpflichtungen für den Arbeitgeber. Denn auch Minijobber sind wie Midijobber bereits mit denselben Rechten ausgestattet, wie ein "normaler" Beschäftigter. Zu diesen Arbeitnehmerrechtengehören u.a.

  • der Anspruch auf sechs Wochen Entgeltfortzahlung wegen Arbeitsunfähigkeit,

  • auf bezahlten Urlaub für mindestens vier Wochen und

  • Kündigungsfristen.

Insofern lässt sich nach aktueller Rechtslage nicht erkennen, warum Arbeitgeber nicht mehr auf Midijobber setzen sollten. 

Schlagworte zum Thema:  Gleitzone, Midijob, Minijob, GKV-Monatsmeldung

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