Beitragsbemessungsgrenze (BBG) 2021

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat den Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021 vorgelegt. Die im Versicherungsrecht wichtige allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze soll ab 1. Januar 2021 neu 64.350 Euro betragen. Die weiteren voraussichtlichen Werte im Überblick.

Mit der Verordnung werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung gemäß der Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr (2019) turnusgemäß angepasst. Die Werte werden – wie jedes Jahr – auf Grundlage klarer gesetzlicher Bestimmungen mittels Verordnung festgelegt.

Beitragsbemessungsgrenze 2021: Krankenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) soll von derzeit 4.687,50 Euro im Monat (56.250 Euro jährlich) auf 4.837,50 Euro monatlich (58.050 Euro jährlich) steigen. Die gleichen Werte gelten für die Pflegeversicherung.

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung gelten bundeseinheitlich.

Jahresarbeitsentgeltgrenze 2021 (Versicherungspflichtgrenze)

Die im Versicherungsrecht relevante allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) soll im Jahr 2020 von 62.550 Euro auf 64.350 Euro steigen.

Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung 2021

Die BBG West soll im Jahr 2021 in der allgemeinen Rentenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung auf 7.100 Euro monatlich festgesetzt werden, jährlich sind dies 85.200 Euro. In der knappschaftlichen Rentenversicherung soll sie 104.400 Euro jährlich bzw. 8.700 Euro monatlich betragen.

In den neuen Bundesländern soll die BBG RV Ost 2021 auf monatlich 6.700 Euro bzw. jährlich 80.400 Euro angehoben werden. In der knappschaftlichen Rentenversicherung auf 8.250 Euro monatlich bzw. 99.000 Euro jährlich. 

Bezugsgröße 2021

Auch die Bezugsgröße soll im Jahr 2021 in Ost und West angepasst werden. Dabei ist zu beachten: Die Bezugsgröße West gilt in der Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit. Die abweichende Bezugsgröße für den Rechtskreis Ost hat nur noch Bedeutung für die Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung.

Im Rechtskreis West soll die monatliche Bezugsgröße auf 3.290 Euro monatlich bzw. 39.480 Euro jährlich (2020: 3.185 Euro monatlich bzw. 38.220 Euro jährlich) erhöht werden.

Für den Rechtskreis Ost soll dann ein Wert von 3.115 Euro monatlich bzw. 37.380 Euro jährlich (2020: 3.010 Euro monatlich bzw. 36.120 Euro jährlich) gelten.

Beitragszuschuss zur Krankenversicherung 2021

Für gutverdienende Arbeitnehmer wird es aufgrund der höheren Beitragsbemessungsgrenze 2021 teurer. Der maximale Arbeitnehmeranteil ohne Zusatzbeitrag (7,3 %) zur Krankenversicherung mit Anspruch auf Krankengeld beträgt 353,14 Euro. Arbeitgeber müssen einen Beitragszuschuss von maximal 353,14 Euro (7,3 %) zahlen. Bei gesetzlich Versicherten ist der halbe individuelle Zusatzbeitrag entsprechend zu beachten, bei privat Krankenversicherten der halbe durchschnittliche Zusatzbeitrag.

Durchschnittsentgelt Rentenversicherung

Das vorläufige Durchschnittsentgelt beträgt 41.541 Euro.

Rechengrößen 2021

Die den Sozialversicherungsrechengrößen 2021 zugrundeliegende Lohnentwicklung im Jahr 2019 (Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigung für Mehraufwendungen) betrug im Bundesgebiet 2,94 % und in den alten Bundesländern 2,85 %. Entsprechend werden die Rechengrößen für 2021 in West und Ost angehoben.

Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021

Die Verordnung über die maßgebenden Rechengrößen der Sozialversicherung für 2021 wird vom BMAS erlassen. Der Referentenentwurf wurde am 4.9.2020 veröffentlicht. Bevor die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021 im Bundesgesetzblatt verkündet wird, muss sie von der Bundesregierung beschlossen (voraussichtlich am 14.10.2020) werden und der Bundesrat muss anschließend zugestimmt haben. Am 1.1.2021 sollen die neuen Werte dann in Kraft treten.

Rechengrößen 2021: Tabelle

Diesem kostenlosen Download können Sie die voraussichtlichen Rechengrößen aus dem Beitrags- und Versicherungsrecht der Sozialversicherung für das Jahr 2021 entnehmen.

BMAS