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Betriebsveranstaltungen richtig abrechnen

Auswirkungen der Besteuerung auf die SV-Beiträge
Bild: Haufe Online Redaktion

Zuwendungen aus Anlass von Betriebsveranstaltungen können steuerlich unterschiedlich behandelt werden. Spätere Änderungen sind möglich, wirken aber auf die Beitragspflicht in der Sozialversicherung. Maßgeblich ist, zu welchem Zeitpunkt die Lohnsteuerbescheinigung ausgestellt wird.

Zuwendungen aus Anlass von Betriebsveranstaltungen gehören nicht zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, soweit sie den Betrag von 110 Euro je Veranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer nicht übersteigen. Dies gilt für bis zu zwei Veranstaltungen jährlich.

Vorteile durch pauschale Besteuerung

Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, die Lohnsteuer mit einem Pauschalsteuersatz von 25% für Zuwendungen aus Anlass von Betriebsveranstaltungen zu erheben. Diese Möglichkeit kommt für die Beträge in Betracht, die bei der einzelnen Veranstaltung die Grenze von 110 Euro übersteigen. Die Pauschalversteuerung ist aber auch möglich, wenn der einzelne Arbeitnehmer an mehr als zwei Betriebsveranstaltungen im Kalenderjahr teilnimmt. In diesem Zusammenhang kann es sinnvoll sein, eine zuvor aus den beiden ersten Betriebsveranstaltungen nicht versteuerte Zuwendung nachträglich pauschal zu versteuern. Dadurch kann die Steuerfreiheit für eine weitere Betriebsveranstaltung genutzt werden. Alternativ zur pauschalen Besteuerung kann die Zuwendung mit den individuellen Merkmalen des Arbeitnehmers besteuert werden.

Auswirkungen in der Sozialversicherung

Versteuert der Arbeitgeber eine Zuwendung aus Anlass einer Betriebsveranstaltung individuell, handelt es sich um beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. Eine steuerfreie oder eine vom Arbeitgeber pauschal besteuerte Zuwendung aus Anlass einer Betriebsveranstaltung stellt hingegen kein Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung dar. Wichtig dabei ist, dass die steuerliche Behandlung mit der Entgeltabrechnung für den Abrechnungszeitraum erfolgt. Eine beitragsrechtliche Korrektur ist nur bei einer steuerrechtlichen Korrektur durch den Arbeitgeber bis zur Erstellung der Lohnsteuerbescheinigung möglich. Dafür ist der 28. Februar des Folgejahres als spätester Termin vorgesehen.


Beispiel: Der Arbeitgeber veranstaltet im Februar 2016 ein Winterfest. Die Kosten betragen pro Teilnehmer 20 Euro. Diese werden als steuer- und beitragsfreie Zuwendung abgerechnet. Das im Juli 2016 stattfindende Sommerfest, dessen Kosten pro Teilnehmer 80 Euro betragen, rechnet er ebenfalls als steuer- und beitragsfreie Zuwendung ab. Im Dezember 2016 veranstaltet der Arbeitgeber eine Weihnachtsfeier, deren Kosten pro Teilnehmer 100 Euro betragen.

Für die Zuwendungen an Arbeitnehmer, die bereits im Februar und Juli 2016 am Winter- und Sommerfest teilgenommen haben, bleibt neben der individuellen Versteuerung nur die Möglichkeit der Pauschalversteuerung. Der Arbeitgeber kann auch rückwirkend die Kosten für das Winterfest im Februar 2016 pauschal besteuern und die Kosten des Weihnachtsfestes im Dezember 2016 steuerfrei belassen. Nimmt er diese Abwicklung bis zur Ausstellung der Lohnsteuerbescheinigung, also spätestens bis zum 28. Februar 2017 vor, bleiben die Zuwendungen der drei Betriebsveranstaltungen beitragsfrei.

Schlagworte zum Thema:  Pauschalsteuer, Sozialversicherung, Betriebsveranstaltung, Beiträge zur Sozialversicherung

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