23.08.2013 | Serie Reisekostenreform 2014: Das BMF-Entwurfschreiben

Neue Einschränkungen bei den Übernachtungskosten und bei doppelter Haushaltsführung

Serienelemente
Abzugsbeschränkung nach 4 Jahren: die 1.000-EUR-Grenze für inländische Unterkunftskosten gilt auch für Hotelübernachtungen
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Übernachtungskosten sind ab 2014 erstmalig nur noch zeitlich begrenzt abzugsfähig - nach Ablauf von 4 Jahren gilt ein Höchstbetrag von 1.000 EUR pro Monat. Analog hierzu gilt für Unterkunftskosten bei einer doppelten Haushaltsführung von Beginn an eine Obergrenze von 1.000 EUR monatlich.

Die Mehraufwendungen eines Arbeitnehmers für beruflich veranlasste Übernachtungen an einer Tätigkeitsstätte, die nicht erste Tätigkeitsstätte ist, bleiben auch nach der Reisekostenreform 2014 abzugsfähig. Ebenso ist ein steuerfreier Arbeitgeberersatz der Übernachtungskosten weiterhin möglich.

1.000-EUR-Grenze für inländische Unterkunftskosten nach 48 Monaten

Jedoch können bei einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte im Inland, nach Ablauf von 48 Monaten die tatsächlich entstehenden Unterkunftskosten zukünftig höchstens nur noch bis zur Höhe von 1.000 EUR pro Monat als Werbungskosten abgezogen oder vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden. Maßgeblich für den Beginn der 48-Monatsfrist ist der jeweilige Beginn der Tätigkeit, der ggf. auch schon vor dem 1. Januar 2014 liegen kann.

1.000-EUR-Grenze auch bei Hotelübernachtungen

Das gilt auch für Hotelübernachtungen; dabei ist lediglich die berufliche Veranlassung zu prüfen, nicht aber die Angemessenheit der Unterkunft (bestimmte Hotelkategorie oder Größe der Unterkunft).

48-Monatsfrist greift nicht in allen Fällen

Eine berufliche Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte liegt nur vor, wenn der Arbeitnehmer an dieser regelmäßig mindestens an 3 Tagen wöchentlich tätig wird. Die 48-Monatsfrist ist daher nicht zu prüfen, wenn die auswärtige Tätigkeitsstätte nur an 2 Tagen wöchentlich aufgesucht wird. Dadurch wird der Anwendungsbereich bei Auswärtstätigkeiten eingeschränkt.

Doppelte Haushaltsführung: 1.000-EUR-Höchstbetrag und Wegfall der Angemessenheitsprüfung

Als Unterkunftskosten für eine inländische doppelte Haushaltsführung werden zukünftig von Anfang an Aufwendungen für die Nutzung der Wohnung oder Unterkunft, höchstens bis zu einem nachgewiesenen Betrag von 1.000 EUR im Monat anerkannt.

Eine weitergehende Prüfung der Notwendigkeit und Angemessenheit ist bei einer doppelten Haushaltsführung im Inland nicht mehr erforderlich.

Umfang der abzugsfähigen Unterkunfskosten ab 2014

Der 1.000-EUR-Höchstbetrag umfasst sowohl bei den Übernachtungskosten als auch bei der doppelten Haushaltsführung sämtliche entstehenden Aufwendungen, wie

  • Miete (bei möbliertem Zimmer einschließlich der für die Möbel anfallenden Aufwendungen) und Betriebskosten,

  • Kosten der laufenden Reinigung und Pflege der Wohnung/Unterkunft,

  • Abschreibung für notwendige Einrichtungsgegenstände,

  • Zweitwohnungssteuer, GEZ-Gebühren, Rundfunkbeitrag,

  • Miet- oder Pachtgebühren für Kfz-Stellplätze und Garagen,

  • Aufwendungen für Sondernutzung (wie Garten). 

Steuerfreier Arbeitgeberersatz

Die vorstehenden Ausführungen gelten für den Werbungskostenabzug und den steuerfreien Arbeitgeberersatz in gleicher Weise.

Darüber hinaus kann der Arbeitgeber die notwendigen Aufwendungen für die inländische Zweitwohnung am Beschäftigungsort wie bisher für die ersten 3 Monate mit 20 EUR pro Übernachtung und in der Folgezeit mit einem Pauschbetrag von 5 EUR steuerfrei ersetzen.

Haufe Online Redaktion

Doppelte Haushaltsführung, Übernachtungskosten, Fahrtkosten, Reisekosten, Verpflegungsmehraufwand