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| Ausbildung oder Weiterbildung

Arbeitgeberfinanzierte Studiengebühren

Großer Unterschied: duales oder berufsbegleitendes Studium
Bild: Haufe Online Redaktion

Nicht ganz einfach in der Entgeltabrechnung: Wie sind die vom Arbeitgeber übernommenen Studiengebühren steuer- und beitragsrechtlich zu behandeln? Entscheidend ist, ob es sich um ein Ausbildungsverhältnis oder eine berufliche Weiterbildung handelt.

Ein Ausbildungsverhältnis liegt in steuerrechtlichem Sinne bei erstmaliger Berufsausbildung oder einem Erststudium vor. Voraussetzung ist bei einem Studium dann immer die vertragliche Verpflichtung zur Teilnahme an dem berufsbegleitenden Studium, wie es etwa bei den Ausbildungsverhältnissen in Form von dualen Studiengängen der Fall ist.

Bei Dualem Studium besteht eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers

Bei Dualen Studiengängen sind die zwischen den Kooperationspartnern Hochschule und Arbeitgeber bestehenden Verträge durchaus unterschiedlich gestaltet. Der häufigste Fall ist jedoch, dass der Arbeitgeber Schuldner der Studiengebühren ist. Dann wird ein ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers unterstellt und steuerrechtlich kein geldwerter Vorteil mit Entgeltcharakter angenommen.

Vereinbarung zur Rückzahlung der Studiengebühren

Werden jedoch die Studiengebühren vom Arbeitnehmer geschuldet, sind für die steuerliche Beurteilung zusätzliche Voraussetzungen zu beachten:

  • Das ganz überwiegend eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers wird in diesen Fällen nur angenommen, wenn sich der Arbeitgeber arbeitsvertraglich zur Übernahme der Studiengebühren verpflichtet hat.
  • Außerdem muss der Arbeitgeber vertraglich die Rückzahlung der übernommenen Studiengebühren für den Fall fordern, dass der Arbeitnehmer das ausbildende Unternehmen auf eigenen Wunsch innerhalb von 2 Jahren nach dem Studienabschluss verlässt.

Berufsbegleitendes Studium

Ein berufsbegleitendes Studium gilt dagegen dann nicht mehr als Ausbildungsverhältnis, wenn das Studium nicht Gegenstand des Beschäftigungsverhältnisses ist. Das gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber das Studium durch ein Stipendium fördert. Im Gegensatz zur Ausbildung handelt es sich dann um berufliche Fort- und Weiterbildung, wenn es die Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers im Betrieb erhöhen soll. Das ist der Fall, wenn es sich eben nicht um eine „Erstausbildung“ handelt. Es muss jedoch einen beruflichen Bezug des Studiums geben, was im Regelfall bedeutet: Die Durchführung des Studiums muss beruflich veranlasst sein.

Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen kommt es für die steuerliche Beurteilung nicht darauf an, ob die Studiengebühren vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer geschuldet werden. Ebenso ist es unerheblich, ob und ggf. in welchem Umfang Rückforderungsmöglichkeiten bei Arbeitgeberwechsel bestehen.

Beitragspflicht in der Sozialversicherung für Studiengebühren

Für die Beitragspflicht zur Sozialversicherung gilt der allgemeine Grundsatz, dass die Sozialversicherung dem Steuerrecht folgt. Studiengebühren gelten dann beitragsrechtlich nicht als Arbeitsentgelt, wenn sie steuerrechtlich nicht als Arbeitslohn gelten. Zu beachten ist aber, dass Entscheidungen der Finanzbehörden zu vom Arbeitgeber übernommenen Studiengebühren unbedingt zu den Entgeltunterlagen genommen werden

Haufe Online Redaktion

Duales Studium, Studiengebühren, Ausbildung, Weiterbildung, Geldwerter Vorteil

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