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14.08.2013 | Serie Reisekostenreform 2014: Das BMF-Entwurfschreiben

Besonderheiten bei Arbeitnehmern ohne erste Tätigkeitsstätte

Serienelemente
Linienbusfahrer haben ohne arbeitsrechtliche Festlegung keine erste Tätigkeitsstätte
Bild: Sommaruga Fabio ⁄

Auch wenn die berufliche Auswärtstätigkeit - und damit die Möglichkeit des steuerfreien Arbeitgeberersatzes - wesentlich von der sog. ersten Tätigkeitsstätte abhängt, bedeutet das nicht, dass Arbeitnehmer ohne erste Tätigkeitsstätte keine Reisekosten haben können.

Auch nach der Reisekostenreform 2014 können Fahrtkosten bei beruflicher Auswärtstätigkeit in Höhe der tatsächlichen Fahrtkosten oder alternativ in Höhe der pauschalen Kilometersätze von 0,30 EUR je gefahrenem Kilometer (Pkw) steuerfrei erstattet oder aber in der Steuererklärung des Mitarbeiters als Werbungskosten abgezogen werden. 

Regelfall: Arbeitnehmer mit erster Tätigkeitsstätte

Bei Fahrten zwischen Wohnung und sog. erster Tätigkeitsstätte gilt die Entfernungspauschale ab 1. Januar 2014 unverändert ihrer Art und Höhe nach weiter. Steuerfreie Arbeitgebererstattungen kommen hier nicht in Betracht; durch Fahrten mit dem Dienstwagen zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte entsteht grundsätzlich ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil. 

Besonderheiten bei Arbeitnehmern ohne erste Tätigkeitsstätte

Eine weitere Einschränkung des (steuerfreien) Fahrtkostenersatzes gilt für 2 Fallgruppen ohne erste Tätigkeitsstätte. Weder der gleichbleibende Treffpunkt noch das weiträumige Arbeitsgebiet erfüllen die Voraussetzungen einer betrieblichen Einrichtung i. S. d. neuen Arbeitsstättenbegriffs - gleichwohl zählen die hierbei anfallenden Fahrtkosten nicht zu den begünstigten Reisekosten.

  1. Treffpunktfahrten: Bestimmt der Arbeitgeber durch arbeits-/dienstrechtliche Festlegung, dass der Mitarbeiter sich typischerweise arbeitstäglich an einem dauerhaft festgelegten Ort einfinden soll, der die Kriterien für eine erste Tätigkeitsstätte nicht erfüllt, um von dort seine unterschiedlichen eigentlichen Einsatzorte aufzusuchen oder dort die Arbeit aufzunehmen (Sammelpunkt), werden die Fahrten des Mitarbeiters von der Wohnung zu diesem vom Arbeitgeber festgelegten Ort wie Fahrten zu einer ersten Tätigkeitsstätte behandelt; für diese Fahrten darf nur die Entfernungspauschale angesetzt werden.

    Typische Sammelpunkte

    Typische Sammelpunkte sind der Treffpunkt für einen betrieblichen Sammeltransport, ein Busdepot oder ein Fährhafen.

    Ausnahme beachten: Bei einer privat organisierten Fahrgemeinschaft liegt kein Sammelpunkt vor.

  2. Weiträumiges Tätigkeitsgebiet: Soll der Arbeitnehmer auf Grund der Weisungen des Arbeitgebers seine berufliche Tätigkeit typischerweise arbeitstäglich in einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet ausüben, findet für die Fahrten von der Wohnung zu diesem Tätigkeitsgebiet ebenfalls die Entfernungspauschale Anwendung.

    Typische Tätigkeiten

    In einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet werden in der Regel z. B. Zusteller, Hafenarbeiter, Forstarbeiter tätig.

    Ausnahme beachten: Hingegen sind z. B. Bezirksleiter und Vertriebsmitarbeiter, die verschiedene Niederlassungen betreuen oder mobile Pflegekräfte, die verschiedene Personen in deren Wohnungen in einem festgelegten Gebiet betreuen sowie Schornsteinfeger, von dieser Regelung nicht betroffen.

Auswirkungen ergeben sich nur für die Fahrtkosten

Auf die Berücksichtigung von Verpflegungspauschalen oder Übernachtungskosten hat vorstehende Sonderregelung keinen Einfluss. Es wird keine erste Tätigkeitsstätte fingiert, sondern nur die Anwendung der Entfernungspauschale für die Fahrtkosten von der Wohnung zu diesem Ort sowie die Besteuerung eines geldwerten Vorteils bei Firmenwagengestellung festgelegt.

Haufe Online Redaktion

Doppelte Haushaltsführung, Fahrtkosten, Reisekosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwand

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