23.07.2012 | Betriebliche Altersversorgung

Niedrige Zinsen bringen Betriebsrenten in Gefahr

Aktuell niedriges Zinsniveau bringt Altersvorsorgerendite in Gefahr.
Bild: Haufe Online Redaktion

Niedrige Kapitalmarktzinsen bedrohen nach Ansicht eines Sozialexperten die betriebliche Altersvorsorge für Millionen Arbeitnehmer in Deutschland.

Viele Versorgungswerke befänden sich im Anlagenotstand, warnt der Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg am 22.7.2012 in einem Zeitungsbericht. Die Pensionskassen investierten hauptsächlich in sichere Staatspapiere, die aber kaum noch Rendite einbringen.

Niedrige Zinsen = niedrige Erträge

"Die niedrigen Zinsen stellen viele Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge vor ernste Schwierigkeiten", so Raffelhüschen. In Deutschland gebe es rund 17 Mio. Arbeitnehmer, die über ihren Arbeitgeber in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen.
Halte das Zinstief an, müssten sich die Arbeitnehmer in Zukunft auf geringere Erträge aus der Betriebsrente einstellen. Bleiben die Zinsen derart niedrig wie derzeit, würde die jährliche Wertentwicklung eines typischen Portfolios einer Pensionskasse innerhalb der nächsten 5 Jahre um insgesamt mehr als ein Drittel zurückgehen. Derzeit erzielten die Kassen noch eine Verzinsung von durchschnittlich rund 4 % pro Jahr.

Firmen werden Garantiezins-Zusagen nicht halten können

Viele Unternehmen haben ihren Mitarbeitern bei Abschluss der Altersvorsorge Garantiezinsen zugesagt. Zinszusagen von 5 % und mehr seien in der Vergangenheit nicht ungewöhnlich gewesen. Es sei fraglich, wie die Firmen diese Verpflichtungen künftig einhalten könnten.

Schlagworte zum Thema:  Betriebsrente, Pensionskasse, Betriebliche Altersversorgung

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