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07.01.2015 | Serie Jahreswechsel 2014/2015: Entgelt

Aktualisiertes Einführungsschreiben zur Reisekostenreform 2014

Serienelemente
Das Bundesfinanzministerium aktualisierte die Erläuterungen zum aktuellen Reisekostenrecht 2014
Bild: Haufe Online Redaktion

Das aktuelle Reisekostenrecht gilt seit Januar 2014. Bereits vor dem Start wurde ein umfangreiches Anwendungsschreiben herausgegeben. Da bei der praktischen Umsetzung Schwierigkeiten und Zweifelsfragen aufgetreten sind, hat das Bundesfinanzministerium das Anwendungsschreiben aktualisiert.

Die im ergänzten Anwendungsschreiben vom 24. Oktober 2014 enthaltenen Änderungen betreffen insbesondere die erste Tätigkeitsstätte, Verpflegungsmehraufwendungen und die Kürzung der Verpflegungspauschalen bei Mahlzeitengestellung. Sämtliche Neuregelungen sind grundsätzlich rückwirkend zum 1. Januar 2014 anzuwenden.

Neues zur ersten Tätigkeitsstätte

Im aktualisierten Schreiben zur Reisekostenreform 2014 wird explizit darauf hingewiesen, dass Arbeitnehmer ohne erste Tätigkeitsstätte außerhalb ihrer Wohnung immer auswärts tätig sind. (Randziffer 2)

Tätigkeitsstätte kann nur eine von der Wohnung des Arbeitnehmers getrennte, ortsfeste betriebliche Einrichtung sein. Es wurde der Hinweis ergänzt, dass das häusliche Arbeitszimmer des Mitarbeiters keine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers oder eines Dritten ist und daher auch keine erste Tätigkeitsstätte sein kann. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber vom Mitarbeiter einen oder mehrere Arbeitsräume anmietet, die der Wohnung des Mitarbeiters zuzurechnen sind. (Randziffer 3)

Zuordnung durch den Arbeitgeber

Für eine Zuordnung zu einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers reicht es aus, wenn der Mitarbeiter dort Hilfs- oder Nebentätigkeiten erbringen soll (z. B. persönliche Abgabe von Auftragsbestätigungen, Stundenzettel, Krank- oder Urlaubsmeldungen). Neu ist der Hinweis, dass die reine Übersendung von Krankheits- oder Urlaubsmeldungen durch die Post oder die Überbringung durch Dritte (z. B. Familienangehörige) reicht für eine Zuordnung nicht aus, da hierfür ein persönliches Erscheinen des Mitarbeiters Voraussetzung ist. (Randziffer 4 und 6)

Neues zu den Verpflegungsmehraufwendungen

Ergänzt wurde ein Hinweis zu Auswärtstätigkeiten von Mitarbeitern, die an einem Kalendertag mehrfach oder über Nacht (an zwei Kalendertagen ohne Übernachtung) auswärts tätig sind: Die Abwesenheitszeiten dieser Tätigkeiten können zusammengerechnet und an dem Kalendertag berücksichtigt werden, an dem der Mitarbeiter den überwiegenden Teil der insgesamt mehr als 8 Stunden abwesend ist. Eindeutig geregelt ist nunmehr auch die Rückkehr kurz nach Mitternacht bei mehrtägigen Dienstreisen. Für diesen Rückkehrtag wird noch die "kleine" Verpflegungspauschale gewährt. (Randziffer 46)

Mahlzeitengestellung und Spesenkürzung

Die lohnsteuerliche Berücksichtigung von Mahlzeiten und die daraus reusliterende Spesenkürzung war (und ist) einer der größten Problembereiche der Reisekostenreform 2014. Das aktualisierte Schreiben bringt etwas mehr Klarheit, gleichzeitig aber auch weniger Spielraum.

Bewirtung im Flugzeug oder auf dem Schiff

Zu den vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Mahlzeiten gehören auch die zum Beispiel im Flugzeug, im Zug oder auf einem Schiff unentgeltlich angebotenen Mahlzeiten, sofern die Rechnung für das Beförderungsticket einschließlich der Verpflegung auf den Arbeitgeber ausgestellt ist und von diesem dienst- oder arbeitsrechtlich erstattet wird - so der aktuelle Reisekostenerlass des Bundesfinanzministeriums vom 24. Oktober 2014.

Mahlzeiten, die Spesenkürzung auslösen

Der ergänzte Reisekostenerlass des Bundesfinanzministeriums vom 24. Oktober 2014 stellt klar, dass auch ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellter Snack oder Imbiss wie belegte Brötchen, Kuchen oder Obst, der während einer auswärtigen Tätigkeit gereicht wird, eine Mahlzeit sein kann, die zur Kürzung der Verpflegungspauschale führt. Eine feste zeitliche Grenze für die Frage, ob ein Frühstück, Mittag- oder Abendessen zur Verfügung gestellt wird, gibt es nicht. Maßstab für die Einordnung ist vielmehr, ob die zur Verfügung gestellte Verpflegung an die Stelle einer der genannten Mahlzeiten tritt, welche üblicherweise zu der entsprechenden Zeit eingenommen wird.

(Quelle: Bundesfinanzministerium, ergänztes Einführungsschreiben zur Reisekostenreform 2014 vom 24. Oktober 2014, IV C 5 - S 2353/14/10002.)

Zum Thema: Weitere Ausführungen zu den Änderungen durch das aktualisierte Anwendungsschreiben zur Reisekostenreform 2014 lesen Sie in unserer Serie Reisekostenreform 2014.

Haufe Online Redaktion

Erste Tätigkeitsstätte, Mahlzeitengestellung, Reisekosten, Verpflegungsmehraufwand, Jahreswechsel, Sozialversicherung, Entgelt

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