20.12.2013 | Serie Reisekostenreform 2014: Die endgültigen Neuregelungen

Doppelte Haushaltsführung: Wegfall der Angemessenheitsprüfung

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Ab 2014 gelten neue Voraussetzung für die Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung
Bild: AlexRoz/shutterstock.com

Anstelle der bisherigen Angemessenheitsprüfung wird ab 2014 eine neue 1.000-Euro-Höchstgrenze für die Zweitwohnungskosten eingeführt. Außerdem gibt es eine neue Vereinfachungsregel für die maximale Entfernung zum Arbeitsplatz sowie neue Anforderungen an den eigenen Hausstand.

Als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung im Inland werden künftig von Anfang an Aufwendungen für die Nutzung der Wohnung oder Unterkunft, höchstens bis zu einem nachgewiesenen Betrag von 1.000 EUR im Monat anerkannt. Die Prüfung der Notwendigkeit und Angemessenheit sowie die bisherige 60-qm-Grenze entfallen.

Der neue Höchstbetrag von 1.000 EUR umfasst sämtliche entstehenden Aufwendungen, wie

  • Miete (bei möblierten Zimmer einschließlich der dafür anfallenden Aufwendungen);
  • Betriebskosten;
  • Kosten der laufenden Reinigung und Pflege der Wohnung bzw. Unterkunft;
  • Abschreibung für notwendige Einrichtungsgegenstände;
  • Zweitwohnungssteuer, GEZ-Gebühren, Rundfunkbeitrag;
  • Miet- oder Pachtgebühren für Kfz-Stellplätze und Garagen;
  • Aufwendungen für Sondernutzung (wie Garten);

Nicht ausgenutztes Volumen kann übertragen werden

Soweit der monatliche Höchstbetrag von 1.000 EUR nicht ausgeschöpft wird, ist eine Übertragung des nicht ausgeschöpften Volumens in andere Monate des Bestehens der doppelten Haushaltsführung im selben Kalenderjahr möglich. So können z. B. Nebenkostennachzahlungen in vielen Fällen abgezogen werden, obwohl die Höchstgrenze im einzelnen Monat überschritten wird.

Weiterhin Angemessenheitsprüfung bei doppelter Haushaltsführung im Ausland

Bei einer doppelten Haushaltsführung im Ausland gelten die bisherigen Grundsätze unverändert weiter. Danach sind die Aufwendungen in tatsächlicher Höhe notwendig, soweit sie die ortsübliche Miete für eine nach Lage und Ausstattung durchschnittliche Wohnung mit einer Wohnfläche bis zu 60 qm nicht überschreiten.

Entfernungsbezogene Abgrenzung des Einzugsbereichs

Zuletzt war oftmals streitig ob, ein beruflich begründeter Doppelhaushalt noch im Einzugsbereich des Beschäftigungsorts liegt. Nach dem Einführungsschreiben kann noch von einer beruflichen Veranlassung der Zweitwohnung ausgegangen werden, wenn der Weg zur ersten Tätigkeitsstätte weniger als die Hälfte der Entfernung der kürzesten Straßenverbindung zwischen der Hauptwohnung (Mittelpunkt der Lebensinteressen) und der ersten Tätigkeitsstätte beträgt.

Ab 2014: Keine doppelte Haushaltsführung ohne finanzielle Beteiligung

Das Vorliegen eines eigenen Hausstandes setzt ab 1.1.2014 neben dem Innehaben einer Wohnung aus eigenem oder abgeleitetem Recht auch eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung voraus.  Dafür sollen 10 % der monatlich regelmäßig anfallenden laufenden Kosten der Haushaltsführung genügen.

Vereinfachungsregelung für steuerfreie Arbeitgebererstattung

Für den steuerfreien Arbeitgeberersatz bei doppelter Haushaltsführung kann der Arbeitgeber bei Arbeitnehmern in den Steuerklassen III, IV oder V weiterhin ohne weiteres unterstellen, dass sie einen eigenen Hausstand haben, an dem sie sich auch finanziell beteiligen.

(Vgl. BMF, Schreiben vom 30. September 2013, IV C 5 - S 2353/13/10004)

Schlagworte zum Thema:  Reisekosten, Doppelte Haushaltsführung, Übernachtungskosten, Erste Tätigkeitsstätte, Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwand

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