19.05.2011 | Arbeitsrecht

Zeitarbeit: Interview Prof. Dr. Peter Schüren zur CGZP

Die Tarifverträge der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) sind nichtig. Wie sind die mittlerweile von der CGZP neu abgeschlossenen Tarifverträge einzuschätzen? Wir fragten nach.

personalmagazin: Die Christlichen Gewerkschaften verweisen darauf, dass mittlerweile durch einzelne Mitgliedsgewerkschaften neue Tarifverträge abgeschlossen worden seien. Wie beurteilen Sie hier die Tariffähigkeit? Wird es hier zu Folgeverfahren kommen?

 

Schüren: Die Hoffnung der Christlichen Gewerkschaften, durch ihre neuen Tarifabschlüsse das Problem erledigt zu haben, halte ich für trügerisch. Die CGZP, die mit unterschrieben hat, ist tarifunfähig. Und die anderen Christlichen Gewerkschaften, die unterschrieben haben, sind genauso wenig wie die CGZP für den gesamten Bereich der Arbeitnehmerüberlassung zusammen tariffähig.

Die neuen Tarifverträge schränken die Arbeitnehmerüberlassung nicht auf die Zuständigkeitsbereiche der einzelnen Gewerkschaften ein. Sie wollen Arbeitnehmerüberlassung in alle Branchen regeln. Dazu sind diese Gewerkschaften aber zusammen nicht in der Lage. Überschreitet eine Gewerkschaft ihre satzungsmäßige Zuständigkeit, sind die abgeschlossenen Tarifverträge nichtig. Die Arbeitnehmer haben Anspruch auf Gleichbehandlung mit den Arbeitnehmern des Entleihers.

 

Abbildung oben:

Prof. Dr. Peter Schüren

ist Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsrecht an der Universität Münster.

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Das Interview führte Thomas Muschiol.

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