06.08.2012 | Serie Wie Sie Azubis rechtssicher beschäftigen

Vergütung für Azubis

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Die Höhe des Lohns muss angemessen sein
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Auszubildende hat Anspruch auf eine Vergütung.  Über die Höhe schreibt das Gesetz nur vor, dass er angemessen sein muss und nach dem Lebensalter des Auszubildenden so zu bemessen ist, dass er mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich, ansteigt.

Immer wieder taucht die Frage auf, was unter einer "angemessenen Vergütung" zu verstehen ist. Zu dieser Frage hat das BAG in zahlreichen Entscheidungen immer wieder Stellung genommen, zumal die Angemessenheit der Ausbildungsvergütung der Höhe nach im Gesetz nicht näher definiert wird. § 17 Abs. 1. Satz 1 BBiG gibt nur vor, dass die Ausbildungsvergütung angemessen und nach dem Lebensalter des Auszubildenden so zu bemessen ist, dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich ansteigt (§ 17 Abs. 1. Satz 2 BBiG).

Angemessen ist eine Vergütung laut BAG, wenn sie für den Lebensunterhalt des Auszubildenden eine fühlbare Unterstützung bildet und zugleich eine Mindestentlohnung für die in dem jeweiligen Gewerbezweig bestimmte Leistung eines Auszubildenden darstellt.

Ob eine Ausbildungsvergütung in diesem Sinne angemessen ist, beurteilt sich letztlich nach der Verkehrsauffassung. Soweit für den Bereich des Ausbildungsbetriebes Tarifverträge bestehen, die die Höhe der Ausbildungsvergütung festlegen, wird allgemein angenommen, dass diese Vergütungen selbst dann als angemessen anzusehen sind, wenn keine Tarifbindung besteht, weil in den tariflichen Vereinbarungen die Belange und Interessen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite eingeflossen und berücksichtigt sind.

Eine über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung (Überstunden) ist besonders zu vergüten oder durch entsprechende Freizeit auszugleichen (§ 17 Abs. 3 BBiG).

Die Vergütung ist bis zu sechs Wochen fortzuzahlen, wenn der Auszubildende aus einem sonstigen, in seiner Person liegenden Grund unverschuldet verhindert ist, seine Pflichten aus dem Berufsausbildungsverhältnis zu erfüllen.

Schlagworte zum Thema:  Auszubildende, Vergütung, Ausbildung

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