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Web 2.0: Risiken in den Griff bekommen

Soziale Netzwerke haben sich für Unternehmen zu wichtigen Kommunikationsinstrumenten gemausert. Eine Kehrseite der Entwicklung: Plaudern Mitarbeiter auf Twitter über den Betrieb, beeinflusst dies schnell den Ruf der Firma - auch negativ. Doch die Meinungsfreiheit hat Grenzen.

Lästern Mitarbeiter in sozialen Netzwerken über ihr Unternehmen oder veröffentlichen sie Betriebsgeheimnisse, so kann dies unangenehm werden – für Betrieb und Arbeitnehmer.

Bei abfälligen Äußerungen ist dabei zwischen privatem und dienstlichem Bereich zu unterscheiden. Grundsätzlich darf nämlich durchaus auch negative Kritik am Arbeitgeber geübt werden. "Allerdings sind lediglich Aussagen nach Dienstschluss, in sachlicher Form und von einem privaten Computer zweifelsfrei dem privaten Bereich zuzuordnen", schreiben die Rechtsanwälte Philipp Byers und Katja Vietmeyer von der Münchner Rechtsanwaltskanzlei Wagensonner Luthmann Breitfeld Helm im Personalmagazin, Ausgabe 6/2010. Das bedeutet dann keine Konsequenzen für den Arbeitnehmer, denn die Aussagen im Privatbereich unterliegen der Meinungsfreiheit.

Hier können Sie den Artikel "Richtiger Umgang mit dem Web 2.0" des Personalmagazins herunterladen.

 

Beleidigung ist unzulässig

Einschränkungen ergeben sich etwa bei Beleidigungen, falschen Tatsachenbehauptungen, Drohungen oder bewussten Geschäftsschädigungen. "Solche Äußerungen stellen Nebenpflichtverletzungen des Arbeitnehmers dar", schreiben die Anwälte weiter. Auch wenn diese Aktivitäten nach Dienstschluss erfolgen droht dem Mitarbeiter eine Abmahnung oder sogar Kündigung – je nachdem, wie gravierend die Pflichtverletzung einzuordnen ist.

Ähnlich können die Auswirkungen bei einer Negativkritik vom Firmenrechner aussehen. Auch hier handelt es sich um eine Pflichtverletzung des Arbeitnehmers, ebenso wie wenn dieser Betriebsgeheimnisse ausplaudert.

 

Verbindung zum Unternehmen vermeiden

Schwieriger ist die Einordnung etwa bei politischen Äußerungen oder Bildern von der Firmenfeier auf sozialen Netzwerken. Solche Einträge fallen grundsätzlich in die Privatsphäre des Mitarbeiters, soweit das Unternehmen nicht mit ihnen in Verbindung gebracht wird oder der falsche Eindruck entsteht, sie seien im Auftrag des Arbeitgebers erstellt.

Eine Regelung im Arbeitsvertrag oder auf betrieblicher Ebene zum Umgang mit dem Internet im Allgemeinen und zur Nutzung der sozialen Netzwerke im Besonderen kann ein Problembewusstsein bei den Mitarbeitern schaffen und mögliche Schwierigkeiten im Voraus vermeiden. Dabei gilt es auch, etwaige Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats zu beachten.

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