02.04.2015 | Vergütung

Mehrheit will Transparenz bei Löhnen

Transparenz beim Gehalt ist für viele wünschhenswert.
Bild: Getty Images, Inc.

Laut einer aktuellen Umfrage sprechen sich fast zwei Drittel der Deutschen für mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern aus. Dieses Ergebnis überrascht, denn bisher ging man davon aus, dass hierzulande niemand gerne über seinen Verdienst spricht.

Das für 2016 geplante Entgeltgleichheitsgesetz, an dem derzeit im Familienministerium gearbeitet wird, will in Unternehmen ab 500 Mitarbeitern eine Verpflichtung zur Offenlegung von Gehaltsunterschieden einführen.

Entgeltgleichheitsgesetz will Transparenz verordnen

Das Gesetz will eine ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen sichtbar machen, damit sich "möglichst alle Angestellten" über die Gehälter von Kollegen mit gleicher Tätigkeit informieren können. In einem Lagebericht soll zur Frauenförderung und Entgeltgleichheit Stellung genommen werden und zusätzlich soll ein individueller Auskunftsanspruch für Arbeitnehmer festgelegt werden.

Auch Deutsche sind nun mehrheitlich für Offenlegung

Insgesamt 60 Prozent der Deutschen sind laut einer Ende März veröffentlichten Forsa-Umfrage nun für eine größere Transparenz bei Löhnen. Dieses Ergebnis überrascht, denn zuletzt war eher vom "Tabu-Thema Gehalt"  die Rede. Die Fragestellung spielt hier mit Sicherheit eine wichtige Rolle, denn auch schon andere Umfragen hatten ergeben, dass fast die Hälfte der Befragten mit einer anonymen Offenlegung einverstanden wären. 27 Prozent der Bundesbürger plädieren für die Möglichkeit von Arbeitnehmern, sich über Bezüge aller Kollegen zu informieren. Weitere 33 Prozent würden es begrüßen, wenn sie sich in ihrem Betrieb über Löhne und Gehälter zumindest von Kollegen mit vergleichbarer Tätigkeit informieren könnten. 38 Prozent meinten dagegen, dass generell die Löhne und Gehälter geheimbleiben sollten.

Keine pauschale Geheimhaltungsverpflichtung per Vertrag

Per Arbeitsvertrag lässt sich eine Pflicht zur Verschwiegenheit in der Regel nicht vereinbaren. Geheimhaltungsklauseln in Arbeitsverträgen sind in den meisten Fällen unwirksam, das folgt aus § 307 Absatz 1 BGB. Denn es ist davon auszugehen, dass in Gehaltsfragen pauschal zu einer Verschwiegenheit verpflichtete Arbeitnehmer unangemessen benachteiligt werden. Gerade solche Benachteiligungen sollen durch das Entgeltgleichheitsgesetz beseitigt werden.

Schlagworte zum Thema:  Vergütung, Entgelt, Gleichbehandlung

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