| Auslandsentsendung in die USA

US-Wahl: Versicherungsschutz von Expats überprüfen

Krankenversicherungschutz für alle: Schon Obamacare erschwerte die Bedingungen für deutsche Expats. Eine weitere Reform könnte das noch verschärfen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Trump will sein Wahlversprechen, Obamacare abzuschaffen, nochmals überdenken. Doch auch bei einer nur teilweisen Reform müssen die Krankenversicherungen entsandter Mitarbeiter in den USA überprüft werden. Schon heute drohen Bußgelder, wenn die Versicherung nicht Obamacare-konform ist.

Erst vor kurzem mussten sich vor allem Firmen intensiv mit dem Thema Krankenversicherung ihrer Mitarbeiter in den USA auseinandersetzen. Der Grund: die unter Obama eingeführte allgemeine Krankenversicherungspflicht („Obamacare“ – offiziell: Patient Protection and Affordable Care Act) gilt seit 1. Januar 2014 auch für deutsche Bürger, die in irgendeiner Form steuerpflichtig in den USA sind. Damit wurden auch die Grundlagen für den Auslandskrankenversicherungsschutz neu definiert. Vor der Einführung von „Obamacare“ konnten Bundesbürger problemlos mit einer deutschen oder ausländischen Auslandskrankenversicherung in den Vereinigten Staaten leben und arbeiten, ohne finanzielle Nachteile zu haben.

Nicht alle Auslandskrankenversicherungen „Obamacare-konform“

Derzeit sind jedoch bei weitem noch nicht alle Auslandskrankenversicherungen sowohl deutscher als auch internationaler Versicherer „Obamacare-konform“, weil sie nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen erfüllen. Das hat zur Folge, dass die betroffenen Expats und Auswanderer zum einen nicht in den Genuss von Steuervergünstigungen kommen und zum anderen sogar Strafe zahlen müssen, wenn sie keine anerkannte Krankenversicherung vorweisen können.

„In einem solchen Fall haben wir Privatpersonen und Unternehmen bislang empfohlen, zusätzlich zur Auslandskrankenversicherung eine günstige lokale, anerkannte Krankenversicherung abzuschließen“, sagt Claus-Helge Groß, Experte für Auslandsversicherungen beim BDAE.

Konsequenzen einer Veränderung von Obamacare durch Trump für deutsche Expats

 Nach der Präsidentenwahl werden nun erste Punkte der politischen Agenda bekannt. Trump scheint sein Wahlversprechen Obamacare abzuschaffen, nur teilweise in die Tat umsetzen zu wollen. So gibt er jetzt an, er habe Obama gegenüber versichert, dass er dessen Vorschläge überdenken werde. Für die komplette Abschaffung von „Obamacare“ spricht sich allerdings der US-Senat aus: So teilte etwa der Mehrheitsführer des US-Senats Mitch mit, dass der Senat das Wahlversprechen unterstütze und eine schnelle Rückabwicklung von Obamas Gesundheitsreform forcieren werde

Ob sich die Bedingungen für die Anerkennung deutscher Auslandskrankenversicherer nach einer erneuten Reform der Gesundheitsreform durch die Trump-Regierung wieder verbessern werden, ist zurzeit noch nicht abzusehen. Angesichts der von Trump während des Wahlkampfes angekündigten Protektionismus-Bestrebungen ist aber zu vermuten, dass sich die Bestimmungen vielmehr verschärfen werden.

 „Noch können wir keine Prognosen abgeben, allerdings raten wir in den USA aktiven deutschen Unternehmen, die Entwicklungen im Gesundheits- und Versicherungswesen unbedingt im Blick zu halten. Sind Mitarbeiter in den USA betroffen, sollten sich Personaler aufgrund der Komplexität des Themas an lokale Fachleute wenden und weiterhin überprüfen, ob der Versicherungsschutz den gesetzlichen Anforderungen entspricht“, rät Groß.

Hintergrund: Obamacare

Seit dem 1. Oktober 2014 sind 12,7 Millionen Amerikaner erstmals krankenversichert. Kern der von Noch-Präsident Barack Obama im Jahr 2010 auf den Weg gebrachten Gesundheitsreform (Patient Protection and Affordable Care Act) ist der bezahlbare Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung. Das als „Obamacare“ bekannt gewordene Programm stellt eine allgemeine Krankenversicherungspflicht dar. So müssen US-Arbeitgeber ab einer Unternehmensgröße von mindestens 50 in Vollzeit angestellten Mitarbeitern einen angemessenen Versicherungsschutz anbieten („Employer Mandate“), andernfalls drohen Bußgelder.

Schlagworte zum Thema:  Entsendung, Krankenversicherung, USA

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