| Entlassung

Streit mit Ehemann der Angestellten rechtfertigt Kündigung nicht

Streit unter Männern: Das Fehlverhalten des Ehemannes darf der angestellten Ehefrau nicht angelastet werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Kündigt ein Arbeitgeber seiner Angestellten nur aus dem Grund, dass er Streit mit ihrem Ehemann hat, ist die Kündigung unwirksam. Das Arbeitsgericht Aachen entschied nun, dass ein Fehlverhalten ihres Mannes der Frau nicht anzulasten ist.

Ein Arzt war mit den Leistung seiner Angestellten immer sehr zufrieden gewesen. Dies hatte er ihr gegenüber zumindest mehrfach betont- bis zu dem Zeitpunkt, als der Arbeitgeber den Ehemann seiner Arzthelferin mit dem Umbau seines Hauses und seiner Praxis beauftragte. Mit den Ausführungen dieser Arbeiten war der Arbeitgeber nicht zufrieden und suchte den Ehemann im Hause seiner Angestellten auf, als diese nicht anwesend war. Es kam zu einem erbitterten Streit zwischen den beiden Männern. Im Anschluss warf der Arzt seiner zuvor sehr geschätzten Mitarbeiterin eine schriftliche Kündigung in den Briefkasten.

Kündigungsschutzklage erfolgreich

Die Arzthelferin wehrte sich erfolgreich gegen ihre Kündigung. Der Arbeitgeber konnte in Augen des Gerichts  keinen überzeugenden Kündigungsgrund anführen. Der Hinweis auf eine angebliche Anzeige der Klägerin bei der Kassenärztlichen Vereinigung war dem Gericht viel zu pauschal, als das er ernstlich in Erwägung gezogen werden könnte. Auch betriebliche Gründe seien nicht ansatzweise dargelegt. Offensichtlich war, dass der Arbeitgeber wegen des Zerwürfnisses mit ihrem Ehemann nicht mehr mit seiner Angestellten zusammenarbeiten wollte. Dies machte er auch vor Gericht geltend.

Zerwürfnis mit Ehemann ist ein sachfremder Grund

Das sei aber nicht möglich, entschied das Gericht. Ein Fehlverhalten ihres Mannes sei nicht der Arzthelferin anzulasten, die Rechtssphären der beiden Eheleute seien voneinander zu trennen (Az.: 2 Ca 1170/15). Eine Kündigung mit dieser Begründung, erfolge aus sachwidrigen Gründen und sei deshalb unwirksam.

Schlagworte zum Thema:  Kündigung, Arbeitsrecht, Urteil

Aktuell

Meistgelesen