28.12.2015 | Serie Jahreswechsel 2015/2016

Sozialversicherungswerte für das Jahr 2016

Serienelemente
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Werte der Sozialversicherung erhöhen sich ab 1.1.2016. Wie vorauszusehen steigen die wichtige Jahresarbeitsentgeltgrenze und die im Beitragsrecht relevanten Beitragsbemessungsgrenzen sowie die Bezugsgröße.

Die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2016 wurde vom Bundesrat verabschiedet und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Bundeseinheitliche Beitragsmessungsgrenzen der Kranken- und Pflegeversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigt von derzeit 4.125 EUR auf 4.237,50 EUR im Monat (50.850 EUR jährlich); die gleichen Werte gelten für die Pflegeversicherung.

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Krankenversicherung und der Pflegeversicherung gelten bundeseinheitlich.

Beitragsbemessungsgrenzen der Renten- und Arbeitslosenversicherung

Die Beitragsmessungsgrenzen in der Rentenversicherung steigen und sorgen so für höhere Lohnnebenkosten. Die Beitragsbemessungsgrenze West wird 2016 auf 6.200 EUR festgesetzt, jährlich sind dies 74.400 EUR. In den neuen Bundesländern gilt 2016 die Beitragsbemessungsgrenze Ost von monatlich 5.400 EUR bzw. jährlich 64.800 EUR.

Getrennte Beitragsbemessungsgrenzen auch bei Knappschaft und Arbeitslosenversicherung

In der Knappschaftlichen Rentenversicherung gelten besondere Beitragsbemessungsgrenzen. Sie betragen jährlich 91.800 EUR (West) und 79.800 EUR (Ost).

In der Arbeitslosenversicherung besteht ebenfalls die Trennung in die Rechtskreise West und Ost. Die Beitragsbemessungsgrenze beträgt in den alten Bundesländern 74.400 EUR und 64.800 EUR in den neuen Bundesländern.

Allgemeiner KV-Beitrag stabil - durchschnittlicher Zusatzbeitrag steigt

Der Beitragssatz zur Krankenversicherung wurde Anfang 2015 bei 14,6 % festgeschrieben (je 7,3 % für Arbeitnehmer und –geber) und bleibt auch in 2016 weiterhin stabil. Zusätzlich können die Krankenkassen von den Arbeitnehmern einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben. Laut Gesundheitsministerium haben etliche Krankenkassen bis jetzt einen eher niedrigen Zusatzbeitrag angesetzt (durchschnittlich 0,83 % im 1. Halbjahr 2015). Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt von 0,9 % auf 1,1 %. Damit erhöht sich der durchschnittliche Gesamtbeitrag im Jahr 2016 auf 15,7 %.

Beitragszuschuss zur Krankenversicherung steigt

Für gutverdienende Arbeitnehmer wird es aufgrund der höheren Beitragsbemessungsgrenze 2016 teurer. Der maximale Arbeitnehmeranteil zur Krankenversicherung (7,3 % ohne Zusatzbeitrag) mit  Anspruch auf Krankengeld beträgt 2016 309,34 EUR. Auch Arbeitgeber müssen 2016 einen höheren Beitragszuschuss von ebenfalls 309,34 EUR (7,3 %) zahlen. Der Beitragszuschuss zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung und der Höchst-Beitragszuschuss zu einer PKV sind bundesweit gleich.

Mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze geht es weiter aufwärts

Die im Versicherungsrecht relevante allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze steigt von bislang 54.900 EUR auf 56.250 EUR. Die besondere ermäßigte Jahresarbeitsentgeltgrenze für PKV-Bestandsfälle wird von derzeit 49.500 EUR auf 50.850 EUR angehoben.

Überprüfen Entgeltabrechner turnusmäßig zum Jahreswechsel die Krankenversicherungspflicht der Arbeitnehmer gilt: Ein Ausscheiden aus der Versicherungspflicht und ggf. ein Wechsel in die PKV ist nur möglich, wenn vorausschauend betrachtet auch die im Folgejahr maßgebliche Versicherungspflichtgrenze überschritten wird. D. h. zum Ende des Jahres 2015 endet die Versicherungspflicht für Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2015 überschritten hat und auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2016 voraussichtlich überschreiten wird.

Bezugsgröße 2016 erhöht sich

Die Bezugsgröße 2016 wird in Ost und West angepasst. Dabei ist zu beachten: Die Bezugsgröße West gilt in der Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit.

Im Rechtskreis West steigt die monatliche Bezugsgröße 2016 auf 2.905 EUR monatlich bzw. 34.860 EUR jährlich (2015: 2.835 EUR bzw. 34.020 EUR jährlich). Für den Rechtskreis Ost gilt ein Wert von 2.520 EUR monatlich bzw. 30.240 EUR jährlich, bisher waren 2.415 EUR monatlich bzw. 28.980 EUR jährlich maßgeblich.

Die Bezugsgröße ist ein wichtiger Eckwert zahlreiche abgeleiteter Grenzwerte oder Rechengrößen im Sozialversicherungsrecht bzw. Sozialrecht.

Haufe Download-Service: Werte der Sozialversicherung 2016

Laden Sie sich kostenlos die Tabelle (pdf-Datei) mit einer Übersicht der wichtigsten Sozialversicherungswerte 2016 im Versicherungs- und Beitragsrecht oder im Leistungsrecht auf Ihren Rechner.

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