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Seniorenquote: Chance nur als Selbstverpflichtung

In der Politik kursieren Pläne, den Unternehmen in Deutschland eine Seniorenquote aufzuerlegen. Über die rechtlichen Fragen, die solche Überlegungen aufwerfen, etwa mit Blick auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), haben wir mit dem Arbeitsrechtler Professor Martin Henssler von der Universität zu Köln gesprochen.

personalmagazin: Wie könnte eine Seniorenquote überhaupt gesetzlich verankert werden ?

Prof. Martin Henssler: Meines Erachtens kann die Forderung nach einer Seniorenquote nur als Aufforderung zu einer Selbstverpflichtung der Wirtschaft, wie sie in ähnlicher Form schon einmal für die Verpflichtung zur Schaffung von ausreichenden Ausbildungsplätzen praktiziert wurde, verstanden werden. In dieser Form begegnet sie keinen Bedenken.

 

personalmagazin: Aber auch freiwillige Maßnahmen müssen sich am AGG messen lassen, oder?

Henssler: Sicherlich, aber nach den Vorgaben des AGG sind Vergünstigungen gegenüber Senioren nicht generell unzulässig. Verwiesen sei nur auf die bekannten Seniorentickets, bei denen die Gerichte einen Verstoß gegen § 20 AGG verneint haben. Aus arbeitsrechtlicher Sicht sind die vom EuGH für die Zulässigkeit von Frauenquoten aufgestellten Kriterien heranzuziehen.

Das Interview führte Thomas Muschiol.

 

Das komplette Interview können Personalmagzain-Abonnenten hier abrufen.

 

Abbildung oben: Prof. Dr. Martin Henssler

ist Direktor am Institut für Arbeits- und Wirtschaftsrecht der Universität zu Köln.

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