Von Scheinselbstständigkeit zu Zeitarbeit: Eine interaktive Übersicht zeigt Abgrenzungkriterien der unterschiedlichen Arten des Fremdpersonaleinsatzes. Bild: Übersicht ⁄

Die Zahl der Leiharbeiter ist 2016 gestiegen und Freelancer erhalten weiterhin viele Aufträge von Unternehmen: Fremdpersonal bleibt also wichtig – auch wenn die rechtliche Abgrenzung der verschiedenen Formen weitehrin schwierig ist. Eine Übersicht.

Erst vor wenigen Tagen hat die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion mitgeteilt, dass die Zahl der Leiharbeitnehmer im Jahr 2016 gestiegen ist. Im Dezember 2016 waren es 993.000, also 4,4 Prozent mehr als noch im Jahr 2015. Auch der Einsatz von freien Mitarbeitern in Unternehmen scheint ungebrochen beliebt. So beauftragen 80 Prozent der befragten Unternehmen sogenannte Freelancer, um Projektspitzen abzudecken oder vom spezifischen Know-how zu profitieren. Zumindest hat das eine Adecco-Umfrage unter 150 Unternehmen und 1.200 Freiberuflern gezeigt.

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Unternehmen setzen also weiterhin auf externe Kräfte, die zum Teil auch im eigenen Betrieb eingesetzt werden. Rechtlich ist dabei zu unterscheiden, auf welcher Basis das fremde Personal tätig wird. Um wichtige Arten des Fremdpersonaleinsatzes und deren jeweiligen Umsetzungsschwierigkeiten besser unterscheiden zu können, haben wir diese in einer interaktiven Übersicht hier zusammengestellt. So kann mehr Klarheit im komplexen Gebilde der Themen Arbeitnehmerüberlassung, Werkvertrag und Scheinselbstständigkeit geschaffen werden.

Fremdpersonal: von Arbeitnehmerüberlassung zu Selbstständigen

Letztlich sind verschiedene Formen möglich, externes Personal einzusetzen, zum Beispiel durch Arbeitnehmerüberlassung oder durch einen Werkvertrag mit einem Drittunternehmen, das dann mit eigenen Mitarbeitern – die teils auf dem Betriebsgelände des Werkbestellers tätig sind – die vereinbarte Leistung erbringt. Auch der Einsatz von Selbstständigen über ein Drittunternehmen (Agentur oder Vermittler) ist ebenso verbreitet wie der direkte Auftrag von Solo-Selbstständigen durch das Unternehmen.

Zudem ist aufgrund der Neuerungen durch die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) und mit Blick auf das weiterhin bestehende Risiko von Scheinselbstständigkeit eine rechtliche Abgrenzung des jeweiligen Fremdpersonaleinsatzes wichtig ist. Mit der genannten Übersicht lässt sich schnell und einfach ein Überblick zu den Problemfeldern, Kriterien und möglichen Konsequenzen gewinnen.

Scheinselbstständigkeit, SV-Nachzahlung: gravierende Folgen drohen

Denn eines haben die unterschiedlichen Formen des Fremdpersonaleinsatzes gemein: Die Rechtsfolgen bei fehlerhafter Umsetzung können gravierend sein – auch wenn die mit der jeweiligen Einsatzart zusammenhängenden Fragen schwerpunktmäßig unterschiedliche Rechtsgebiete (Arbeits-, Sozialversicherungs- oder Steuerrecht) betreffen. Die Palette der Konsequenzen reicht je nach Vertrag und Durchführung von einem fingierten Arbeitsverhältnis über Bußgelder und Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen bis hin zur Strafbarkeit der Geschäftsführung.

Daher lohnt sich ein Überblick zu den Voraussetzungen für einen rechtssicheren Einsatz von externen Kräften. Denn – und das ist eine weitere Schwierigkeit: Wichtig sind die konkreten Umstände des jeweiligen Einzelfalls und die Übergänge zwischen den einzelnen Formen des Fremdpersonaleinsatzes sind in einigen Bereichen fließend.

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Schlagworte zum Thema:  Arbeitnehmerüberlassung, Scheinselbstständige, Zeitarbeit

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