Asylbewerber als Saisonarbeiter

Aufgrund der derzeitigen Einreisebeschränkungen wegen der Corona-Krise fehlen vielerorts ausländische Saisonarbeiter als Erntehelfer in der Landwirtschaft. Wollen Arbeitgeber hierfür Asylbewerber beschäftigen, sollten sie sich mit den rechtlichen Voraussetzungen auskennen.

Mit Beginn des Frühjahrs bewältigen Arbeitgeber regelmäßig das hohe Arbeitsaufkommen in der Landwirtschaft mit dem Einsatz von Saisonarbeitern. Der überwiegende Teil von ihnen kam bislang aus osteuropäischen Ländern wie Bulgarien oder Rumänien. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen im April und Mai 2020 nur jeweils 40.000 ausländische Erntehelfer als Saisonarbeiter nach Deutschland kommen. Um Engpässe zu vermeiden können Arbeitgeber grundsätzlich auch Asylbewerber beschäftigen. Sie müssen dabei aber die rechtlichen Erfordernisse beachten.  

Asylbewerber als Saisonarbeitskraft: Unterscheidung nach Aufenthaltsstatus

Möchte man Asylbewerber in der Saisonarbeit beschäftigen, muss man zunächst unterscheiden, welchen Aufenthaltsstatus der potentielle Arbeitnehmer hat. Danach beurteilt sich, welche bürokratischen Hürden zu nehmen sind.

Anerkannte Asylbewerber dürfen jede Tätigkeit aufnehmen. Asylbewerber mit Aufenthaltsgestattung sowie Geduldete benötigen zur Aufnahme einer Beschäftigung die Erlaubnis der Ausländerbehörde und in vielen Fällen auch die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Arbeitgeber müssen sich also darauf einstellen, dass die Beschäftigung nicht sofort, sondern erst nach einer mehrwöchigen Prüfphase aufgenommen werden kann.

Beschäftigungsverbot für Asylbewerber und Geduldete aus sicheren Herkunftsländern

Asylbewerber und Geduldete dürfen nicht arbeiten, wenn sie aus sicheren Herkunftsländern stammen und der Asylantrag nach dem 31. August 2015 gestellt wurde. Dann besteht ein Beschäftigungsverbot. Welche Länder als sichere Herkunftsländer gelten, ist gesetzlich festgelegt. Dazu zählen momentan beispielsweise Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal, Serbien. 

Hinweis: Möglicherweise könnten sich hier aufgrund der Corona-Krise kurzfristig Erleichterungen für die diesjährige Saison ergeben. Noch ist jedoch nicht entschieden, ob möglicherweise Asylbewerber ohne Arbeitserlaubnis zeitlich befristete Arbeitserlaubnisse für den Einsatz in der Landwirtschaft erhalten können.

Saisonarbeit: Anspruch auf Mindestlohn

Alle Aushilfskräfte, somit auch Saisonarbeiter, haben grundsätzlich wie andere Arbeitnehmer auch Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Ist die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bei der Beschäftigung von Asylbewerbern erforderlich, prüft diese auch die Einhaltung einer adäquaten Entlohnung, also ob Tariflohn, ortsüblicher Lohn oder Mindestlohn gezahlt werden muss.