Flüchtlinge als Saisonarbeiter

Im Frühjahr werden wieder vielerorts Saisonarbeiter für die boomende Außengastronomie oder als Erntehelfer in der Landwirtschaft benötigt. Wollen Arbeitgeber hierfür Flüchtlinge beschäftigen, sollten sie sich mit den rechtlichen Voraussetzungen auskennen.

Mit Beginn des Frühjahrs haben Arbeitgeber häufig keine Chance das hohe Arbeitsaufkommen in Gastronomie oder Landwirtschaft ohne den Einsatz von Saisonarbeitern zu bewältigen. Auch für Flüchtlinge bietet sich hier ein Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Arbeitgeber sollten aber bei deren Beschäftigung auf die rechtlichen Erfordernisse achten.  

Flüchtling ist nicht gleich Flüchtling: Unterscheidung nach Aufenthaltsstatus

Möchte man Flüchtlinge in der Saisonarbeit beschäftigen, muss man zunächst unterscheiden, welchen Aufenthaltsstatus der potentielle Arbeitnehmer hat. Danach beurteilt sich, welche bürokratischen Hürden zu nehmen sind. Anerkannte Asylbewerber dürfen jede Tätigkeit aufnehmen. Asylbewerber mit Aufenthaltsgestattung sowie Geduldete benötigen zur Aufnahme einer Beschäftigung die Erlaubnis der Ausländerbehörde und in vielen Fällen auch die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Arbeitgeber müssen sich also darauf einstellen, dass die Beschäftigung nicht sofort, sondern erst nach einer mehrwöchigen Prüfphase aufgenommen werden kann.

Beschäftigungsverbot für Asylbewerber und Geduldete aus sicheren Herkunftsländern

Asylbewerber und Geduldete dürfen nicht arbeiten, wenn sie aus sicheren Herkunftsländern stammen und der Asylantrag nach dem 31.08.2015 gestellt wurde. Dann besteht ein Beschäftigungsverbot. Welche Länder als sichere Herkunftsländer gelten, ist gesetzlich festgelegt. Dazu zählen momentan beispielsweise Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal, Serbien. 

Saisonarbeit: Anspruch auf Mindestlohn

Alle Aushilfskräfte, auch Saisonarbeiter, haben grundsätzlich wie alle Arbeitnehmer Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Es ist jedoch möglich Kost und Logis als im Mindestlohn enthaltene Vergütung zu rechnen. Ist die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bei der Beschäftigung von Flüchtlingen erforderlich, prüft diese auch die Einhaltung einer adäquaten Entlohnung, also ob Tariflohn, ortsüblicher Lohn oder Mindestlohn gezahlt werden muss.