30.03.2012 | Arbeitsrecht

Retention Management (Teil 1): Führungskräfte ans Unternehmen binden

Verlust von Know-how und kostspielige Personalsuche: Verlassen Schlüsselkräfte das Unternehmen drohen erhebliche Kosten, gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Daher lohnt es sich, konkrete Maßnahmen arbeitsrechtlich umzusetzen, um Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Wir bieten eine Übersicht.

In der Vergangenheit beschränkten sich die Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung häufig auf kollektive Instrumente wie Gesamtzusagen über Betriebsrenten oder die Errichtung von Betriebskindergärten. Heute sind auch individuelle Maßnahmen für Leistungsträger und Führungskräfte unverzichtbar, um diese gezielt an das Unternehmen zu binden. Zusätzlich können Arbeitgeber bereits bei Vertragsabschluss mittelbare Instrumente einsetzen, die einen Austritt aus dem Unternehmen unattraktiv erscheinen lassen.

 

Mitarbeiter mit unmittelbaren Instrumenten halten

Unmittelbare Instrumente zielen darauf ab, die Motivation und den Zufriedenheitsgrad des Leistungsträgers zu erhöhen und so eine langfristige Bindung an das Unternehmen zu erreichen. Dafür ist eine sorgfältige Gestaltung von Anstellungsverträgen unverzichtbar, und zwar bevor Konkurrenzfirmen an Leistungsträger mit Alternativangeboten herantreten. Um den potentiellen Weggang eines Leistungsträgers frühzeitig zu erkennen, bedarf es eines ständigen Dialogs mit der Führungskraft. Mögliche Beispiele für unmittelbare Instrumente sind:

  • Zielvereinbarung
  • Bleibeprämie
  • Aktienoptionspakete
  • Arbeitszeitregelung und Qualifizierungsmaßnahmen

 

Eigenkündigungen werden unattraktiver

Daneben ist es bereits vor verlockenden Alternativangeboten für die Führungskraft unverzichtbar, die Anstellungsverträge sorgfältig zu gestalten. Dabei geht es um den Schutz des Unternehmens für den Fall der Eigenkündigung des Mitarbeiters. So kann als zusätzliches Mittel ein freiwilliger Weggang mit Folgen belegt werden, die einen Austritt aus Sicht der Führungskraft möglichst unattraktiv erscheinen lassen. Diese vorbeugenden Maßnahmen können Schlüsselkräfte mittelbar zum Verbleib im Unternehmen anhalten.

  • Freistellungsvereinbarung
  • Wettbewerbsverbot
  • Vertragsstrafe
  • Verschwiegenheitsklausel

Autoren:

Dr. Klaus Pawlak

Fachanwalt für Arbeitsrecht
Kanzlei Ruge Krömer

Oliver Ramcke

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Kanzlei Ruge Krömer

 

 

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