09.09.2013 | Serie Bundestagswahl 2013

Das sagen die großen Parteien zum Renteneintrittsalter

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Der Ruhestand ist durch die Rente mit 67 in weitere Ferne gerückt. Der demografische Wandel beschäftigt die Politik weiterhin.
Bild: Haufe Online Redaktion

In weniger als drei Wochen findet die Wahl zum Bundestag statt. Welche Meinung vertreten die Parteien zu wichtigen Themen, die die Personalarbeit betreffen? Die Redaktion hat nachgefragt und zeigt die einzelnen Standpunkte - heute zum Thema "Renteneintrittsalter".

Bis zu welchem Alter müssen die Deutschen künftig arbeiten? Diese Frage bewegt viele Menschen - und insbesondere auch die HR-Manager in den Unternehmen. Die Parteien sind insgesamt sehr zurückhaltend, wenn es um konkrete Angaben zum künftigen regulären Renteneintrittsalter geht.

Union: Fachkräfte fit und motiviert halten

CDU und CSU wollen nach eigenen Aussagen am bestehenden System mit drei Säulen festhalten: gesetzliche Rentenversicherung, private und betriebliche Vorsorge. Die gesetzliche Rentenversicherung soll dabei die tragende Säule bleiben. Man habe diese bereits gestärkt, indem man die Rente mit 67 beschlossen habe, die bis 2029 schrittweise eingeführt wird. Nun gehe es darum, ältere Beschäftigte als erfahrene Fachkräfte länger, gesünder und motivierter in den Betrieben zu halten. Da nun die Generation der Babyboomer ins rehaintensive Alter komme, will die Union das Rehabudget an die demografische Entwicklung anpassen. Um Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterarbeiten können, zu unterstützen, will man zudem die Erwerbsminderungsrente verbessern.

SPD: Gegen versteckte Rentenkürzung

Die SPD macht sich dafür stark, dass sich die Anhebung des Renteneintrittsalters nicht wie eine Kürzung der Renten auswirkt. Sie sei erst dann möglich, wenn mindestens die Hälfte der 60- bis 64-jährigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien und weitere Rentenansprüche erwerben könnten. In diesem Sinne werde man die Überprüfungsklausel im Gesetz anwenden.

Grüne: Arbeits- mit Gesundheitsförderung verzahnen

Die Menschen, so sagen die Grünen, leben nicht nur länger, sie bleiben auch länger gesund. Vor diesem Hintergrund erscheine eine schrittweise Verlängerung der Lebensarbeitszeit sinnvoll, weil sie die Rentenversicherung doppelt entlaste - durch höhere Einnahmen einerseits und geringere Ausgaben andererseits. Arbeitsförderung und Gesundheitsförderung sollen eng miteinander verzahnt werden. Insbesondere für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in gesundheitlich belastenden Berufen seien sozialverträgliche Lösungen nötig, die einen früheren Ausstieg oder einen fließenden Übergang in die Rente ermöglichen.

FDP: Mehr Flexibilität beim Übergang in die Rente

Die FDP ist der Auffassung, dass die Heraufsetzung der starren Altersgrenze für den Renteneintritt auf 67 Jahre den Bedürfnissen vieler älterer Menschen nicht gerecht wird, und will den Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand flexibler gestalten. Die Menschen sollen ab dem 60. Lebensjahr – bei versicherungsmathematisch korrekten Zu- und Abschlägen – den Zeitpunkt ihres Renteneintritts frei wählen können, sofern ihre Ansprüche aus privater, gesetzlicher und betrieblicher Vorsorge über dem Grundsicherungsniveau liegen. Gleichzeitig sollen die Barrieren für Arbeit im Alter wegfallen und Zuverdienstgrenzen neben dem Rentenbezug komplett aufgehoben werden. Die Versicherten könnten so ab dem 60. Lebensjahr ihre Arbeitszeit reduzieren und den Verdienstausfall durch Bezug einer Teilrente kompensieren oder – wenn sie möchten – länger arbeiten.

Schlagworte zum Thema:  Bundestagswahl, Partei, Rentenalter, Rentenanspruch, Rentenbeginn, Altersvorsorge, Private Altersvorsorge, Renteneintritt, Betriebliche Altersversorgung, Bundestag, Position, Positionierung

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