Mindestlohnerhöhung: Die Arbeitsmarktforscher vom IAB blicken dem Anstieg auf 8,84 Euro gelassen entgegen. Bild: Corbis

Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2017 von 8,50 Euro auf 8,84 Euro. Die Arbeitsmarktforscher vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sehen dies gelassen: Sie prognostizieren keine größeren Jobverluste. Auch ihr Fazit nach anderthalb Jahren Milog war wenig dramatisch ausgefallen.

Hundertausende Jobs seien bedroht – so lauteten die dramatischen Prognosen vor Einführung des Mindestlohns zum 1. Januar 2015. Nach anderthalb Jahren Mindestlohngesetz (Milog) vermeldeten die Arbeitsmarktforscher vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im August: Alles halb so schlimm. Das Jobdesaster war ausgeblieben, der Mindestlohn hat nach Erkenntnissen der Forscher in Deutschland nicht zur befürchteten Entlassungswelle geführt.

Mindestlohnerhöhung: keine massiven Effekte

Genauso gelassen blicken die Arbeitsmarktforscher nun auch der bevorstehenden Erhöhung des Mindestlohns entgegen: Ab dem 1. Januar steigt die Lohnuntergrenze auf 8,84 Euro. Bislang betrug die Lohnuntergrenze 8,50 Euro. Es ist die erste Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns seit der Einführung Anfang 2015.

"Das ist eine moderate Erhöhung", sagte IAB-Direktor Joachim Möller dazu. "Massive Effekte auf dem Arbeitsmarkt sind nicht zu erwarten."

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, wertete den Mindestlohn als "wichtigen Schritt gegen Entsicherung in der Arbeitswelt auf der Lohnseite". Der Mindestlohn mache es auch einfacher, höhere Tariflöhne durchzusetzen, sagte er. "Das Herunterschaukeln der Löhne wurde gestoppt."

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