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03.12.2015 | Serie Jahreswechsel 2015/2016

Neuerungen beim Kranken- und Kinderkrankengeld ab Januar 2016

Serienelemente
Die Meldung zum Kinderkrankengeld erfolgt ab 2016 wieder digital.
Bild: Haufe Online Redaktion

Im Jahr 2015 haben sich unter anderem die Berechnungsgrundlage für das Kinderkrankengeld, der Anspruchsbeginn für das Krankengeld und Meldemöglichkeiten im Datenaustausch für Entgeltersatzleistungen (DTAEEL) verändert. Die neue Version DTAEEL wird ab 1. Januar 2016 umgesetzt.

Bereits zum 1.1.2015 war die Berechnungsbasis des Kinderkrankengelds kurzfristig gesetzlich verändert worden. Das führte dazu, dass der DTAEEL für das Kinderkranken- und das Kinderpflegeverletztengeld nicht mehr genutzt werden konnte. Um eine Leistungsberechnung durch die Krankenkassen dennoch zu ermöglichen, wurde ein Ersatzverfahren etabliert: Die Verdienstangaben musste wieder auf Papier erstellt und versandt werden.

Informationen zur Berechnung des Kinderkrankengelds

Am wichtigsten ist sicherlich, dass das bisherige Ersatzverfahren ab dem 1.1.2016 ein Ende findet. Die Neuerungen aus dem Jahr 2015 wurden im DTAEEL eingearbeitet und sind ab Januar 2016 auch entsprechend umzusetzen.
Alle für die Berechnung des Kinderkrankengeldes notwendigen Informationen sind zukünftig im Datenbaustein "DBFR" enthalten. Zusätzlich wurden viele Felder umgestaltet und machen jetzt eine Beurteilung nur für den Freistellungszeitraum erforderlich. Bisher erfolgte oft eine Beurteilung für ein Kalenderjahr. Auch die Verdienstangaben durch den Arbeitgeber müssen jetzt zu einem anderen Zeitpunkt gemeldet werden. Bisher wurde die Meldung bereits nach der Freistellung vorgenommen. Künftig kann sie erst nach der Abrechnung des Freistellungszeitraums erfolgen. Die genauen Anforderungen sind in der aktualisierten Kommentierung zum Datensatz ausführlich dargelegt und mit Beispielen versehen.

Achtung: Zwar wird Pflegeunterstützungsgeld analog dem Kinderkrankengeld berechnet. Eine Übermittlung der Verdienstangaben im DTAEEL ist jedoch ausgeschlossen. Für diese Leistung - wie auch dem Krankengeld bei einer Spende von Organen oder Geweben - bleibt es daher weiterhin bei der Verdienstbescheinigung in Papier.

Datenbaustein für das Ende der Entgeltersatzleistung

Im Zusammenhang mit dem Krankengeld wurde gesetzlich klargestellt, dass zukünftig auch die Dauer der Entgeltersatzleistung an die Arbeitgeber übermittelt werden soll. Hierfür wurde ein neuer Datenbaustein eingeführt. Dieser kann vom Arbeitgeber angefordert werden, wenn das Ende der Entgeltersatzleistung benötigt wird. Sinn und Zweck ist es, eine Überzahlung von Arbeitsentgelt zu vermeiden oder eine Meldung zur Sozialversicherung (z. B. Abmeldung bei Aussteuerung) erstellen zu können. Die Krankenkassen übermitteln dann das Ende der Entgeltersatzleistung und geben Anhaltspunkte für den Grund der Beendigung.

AU-Bescheinigung bis zum Ende der Entgeltersatzleistung

Im Zusammenhang mit gesetzlichen Änderungen zum Anspruchsbeginn des Krankengelds wird auch die AU-Bescheinigung zum 1.1.2016 aktualisiert. In der neuen AU-Bescheinigung werden der bisherige Auszahlungsschein und die AU-Bescheinigung zusammengeführt. Dadurch wird dasselbe Muster für die Bescheinigung während der gesamten Dauer der Arbeitsunfähigkeit genutzt werden, also auch während des Krankengeldbezugs.

Durch die ausschließliche Nutzung der neuen AU-Bescheinigung wird erreicht, dass Versicherte auch außerhalb der Entgeltfortzahlung einen Durchschlag der AU-Bescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber erhalten. Die bisherige Praxis der Arbeitgeber - geschwärzte Kopien des Auszahlscheins oder Zweitausstellungen einer AU-Bescheinigung anzufordern, um einen Nachweis für die Arbeitsunfähigkeit zu erhalten - wird damit überflüssig. Die neue AU-Bescheinigung ermöglicht dem Arbeitgeber nachzuvollziehen, bis wann eine AU für den Arbeitnehmer attestiert war und wann die Entgeltersatzleistung endete. Eine Anfrage im Rahmen des neuen Datenbausteins sollte daher nur noch in Einzelfällen erforderlich sein.

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