| Arbeitsrecht

Krank im Urlaub: (Teil 3) Attest eines Arztes im Ausland

Einer von einem ausländischen Arzt im Ausland ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kommt im Allgemeinen der gleiche Beweiswert zu wie einer im Inland ausgestellten Bescheinigung. Es gelten aber Besonderheiten.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss erkennen lassen, dass der ausländische Arzt zwischen einer bloßen Erkrankung und einer mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Krankheit unterscheidet.

Wiederholte Erkrankungen ausländischer Arbeitnehmer gegen Ende des Heimaturlaubs oder unmittelbar danach können die Beweiskraft einer ärztlichen Bescheinigung erschüttern. Dies gilt allerdings nicht mehr für die in einem EU-Staat ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Der Arbeitgeber darf einem Arbeitnehmer, der ein ärztliches Attest aus einem EU-Staat vorlegt, die Entgeltfortzahlung nur dann verweigern, wenn er nachweisen kann, dass der Mitarbeiter missbräuchlich oder betrügerisch eine Arbeitsunfähigkeit gemeldet hat, ohne krank gewesen zu sein. Es reicht nicht aus, dass ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit des  Attestes dargelegt werden. Das Gericht entscheidet nach freier Überzeugung (§ 286 ZPO), ob ein Missbrauch vorliegt oder nicht. Dabei muss es sich mit einem für das praktische Leben brauchbaren Grad der Gewissheit begnügen. Zu beachten ist bei Erkrankungen im  Ausland  die Anzeigepflicht nach § 5 Abs. 2 EFZG.

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