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10.09.2013 | Serie Bundestagswahl 2013

Das sagen die großen Parteien zur Kombirente

Serienelemente
Arbeitet der gute Mann - oder genießt er seine Rente? Künftig könnte häufiger ein Stück weit beides zugleich der Fall sein.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In weniger als drei Wochen findet die Wahl zum Bundestag statt. Welche Meinung vertreten die Parteien zu wichtigen Themen, die die Personalarbeit betreffen? Die Redaktion hat nachgefragt und zeigt die einzelnen Standpunkte - heute zum Thema "Kombirente".

Die sogenannte Kombirente, bei der die Zuverdienstgrenzen bei vorzeitigem Rentenbezug deutlich angehoben werden, könnte den Übergang vom Job in den Ruhestand flexibilisieren. Darüber, wie dies im Detail ausgestaltet werden sollte, gehen die Meinungen bei den Parteien aber auseinander.

Union: Individuelle Hinzuverdientsgrenzen

CDU und CSU wollen die Hinzuverdienstregelungen bei vorgezogenen Altersrenten weiterentwickeln. Mit einer Kombirente möchte man so bessere Möglichkeiten der Kombination von Teilzeit und Rente schaffen. Die Kombirente soll ein Einkommen aus Rente und Hinzuverdienst in der Höhe des früheren Einkommens erlauben. Dabei soll eine individuelle Hinzuverdienstgrenze die bisherigen starren Hinzuverdienstgrenzen ersetzen. Auch setze man sich für eine stärkere Verbreitung von Lebenszeitkonten ein, die längerfristige Freistellungen von der Arbeit, etwa für Kindererziehung, für Pflegezeiten, Sabbaticals, für Weiterbildungen oder zur Verkürzung der Lebensarbeitszeit) verwendet werden können.

SPD: Höhere Zuverdienstgrenzen allein reichen nicht

Höhere Hinzuverdienstgrenzen bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Altersrente für langjährig Versicherte allein sind für die SPD nach eigenen Angaben kein geeignetes Instrument zur Flexibilisierung der Renteneintritte. Die SPD schlägt stattdessen differenzierte Angebote für den Übergang vom Erwerbsleben in die Rente wie eine attraktive Teilrente ab dem 60. Lebensjahr oder vergleichbare flexible Übergangsmodelle vor, bei denen auf der Grundlage gesetzlicher Regelungen Tarifverträge abgeschlossen werden können.

Grüne: Teilrente ab 60 ist passendes Instrument

Laut den Grünen bedarf es flexibler Modelle zum Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand, die den unterschiedlichen Lebensplanungen und -verläufen der Menschen gerecht werden. Die Anhebung der Regelaltersgrenze für eine abschlagsfreie Erwerbsminderungsrente durch die große Koalition sei ein großer Fehler gewesen, den man rückgängig machen will. Auch wer nicht als erwerbsgemindert anerkannt ist, soll nach den Vorstellungen der Grünen vorzeitig in Rente gehen können. Ältere Menschen sollen entsprechend ihrer individuellen Situation Erwerbstätigkeit und Rentenbezug freier als bisher kombinieren können. Eine Teilrente ab dem 60. Lebensjahr bei Verringerung der Arbeitszeit sei dafür das richtige Instrument.

FDP: Komplette Aufhebung der Zuverdienstgrenzen

Mit der Kombirente werde, so heißt es bei der FDP, die Kombination von Rente und Erwerbstätigkeit vereinfacht und die Möglichkeit eines flexiblen Eintritts in den Ruhestand deutlich verbessert. Man habe sich schon bislang für die Umsetzung der Kombirente in der Koalition stark gemacht, sich aber gegen Widerstände innerhalb der Union noch nicht durchsetzen können. Für die FDP bleibe die Flexibilisierung des Renteneintritts ein vordringliches Ziel der Renten- und Beschäftigungspolitik. Aus Sicht der FDP sollen die Zuverdienstgrenzen jedoch ganz aufgehoben werden und außerdem die Möglichkeit eines flexiblen Renteneintritts bereits ab dem 60. Lebensjahr eröffnet werden.

Bundestagswahl, Partei, Kombirente, Altersvorsorge, Bundestag, Position, Positionierung

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