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Koalition will Frauenquote

Mehr Frauen in der Führungsetage
Bild: Haufe Online Redaktion

Union und SPD haben sich in den Koalitionsverhandlungen auf einen festen Frauenanteil in Aufsichtsräten geeinigt.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen wird bei diesem Beschluss eine gewisse Genugtuung verspürt haben. Hatte sie doch die verbindliche Frauenquote in der Vergangenheit gegen ihre ehemalige Kollegin, Familienministerin Kristina Schröder, nicht durchsetzen können.

Was ist geplant? Union und SPD haben sich in ihren Koalitionsverhandlungen auf eine gesetzlich Quote für Frauen in den Führungsetagen der Wirtschaft geeinigt. Nach dem Willen der Unterhändler in der Arbeitsgruppe Familie sollen in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen, die ab dem Jahr 2016 neu besetzt werden, mindestens 30 Prozent Frauen vertreten sein.

Darüber hinaus müssen große Unternehmen ab 2015 eigene verbindliche Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsrat, Vorstand und den obersten Management-Ebenen definieren und veröffentlichen.

Eine Analyse der Personalberatung Kienbaum kommt aktuell zu folgendem Ergebnis zum Frauenanteil in großen Unternehmen:

Die Dax-Konzerne müssen ihre Anstrengungen intensivieren, um den Frauenanteil in ihren Aufsichtsräten zu erhöhen. Dies ist das Ergebnis des Kompromisses in den Koalitionsverhandlungen der vergangenen Nacht. Und: Tatsächlich werden die Aufsichtsgremien der deutschen Wirtschaft weiblicher. Inzwischen sind 124 Aufsichtsratsmandate der Anteilseignerseite in deutschen Dax-Konzernen mit Frauen besetzt, ergab eine Analyse der Personalberatung Kienbaum. Das sind bereits 23 Mandate mehr als noch im Januar  dieses Jahres. Damit ist der Frauenanteil über alle Indizes binnen eines halben Jahres von zehn auf 13 Prozent gestiegen.

Für die Kienbaum-Analyse hat das Beratungsunternehmen die Aufsichtsratspositionen der Anteilseignerseite sämtlicher Unternehmen aus Dax 30, M-Dax, Tec-Dax und S-Dax im Spätsommer untersucht. "Zwar sind Frauen auf der Anteilseignerseite in den Aufsichtsräten deutlich in der Minderheit, aber der Trend ist eindeutig: Immer mehr Aufsichtsratspositionen werden mit Frauen besetzt – das hat die Hauptversammlungssaison 2013 gezeigt. Die Aktiengesellschaften unternehmen teils erhebliche Anstrengungen, um den Frauenanteil in ihren Aufsichtsräten zu erhöhen", sagt Anke Hoffmann, Geschäftsführerin der Personalberatung Kienbaum.

Frauenanteil im Dax 30 ist am höchsten

Je nach Aktienindex unterscheidet sich der Frauenanteil in den Aufsichtsräten erheblich: Im Dax 30 sind 17 Prozent der Aufsichtsratspositionen mit Frauen besetzt. Damit ist der Frauenanteil beispielsweise acht Prozentpunkte höher als im SDax mit neun Prozent. Sowohl im MDax als auch im Tec-Dax beträgt der Frauenanteil 13 Prozent.

Die größte Veränderung im Vergleich zum Januar dieses Jahres hat im TecDax stattgefunden: Hier ist der Frauenanteil in Aufsichtsratspositionen der Anteilseignerseite von sieben auf 13 Prozent gestiegen und hat sich damit beinahe verdoppelt.

dpa / Haufe Online Redaktion

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