14.04.2015 | Serie Erkrankung eines Kindes

Kinderkrankengeld in der Entgeltabrechnung

Serienelemente
Kinderkrankengeld wird oft kurz bezogen
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Krankengeld bei Erkrankung des Kindes - auch Kinderkrankengeld genannt – unterliegt neuen Berechnungsgrundlagen. Daneben ergeben sich aber auch Fragen in der Entgeltabrechnung. Wie ändert sich die Beitragsberechnung und muss  zum Beispiel eine Unterbrechungsmeldung erstattet werden?

Wichtig für die Entgeltabrechnung: Ausgangswert für die Berechnung des Kinderkrankengeldes ist das während der Freistellung ausgefallene Netto-Arbeitsentgelt. Dieses wird aus dem ausgefallenen beitragspflichtigen Brutto-Arbeitsentgelt ermittelt. Das Kinderkrankengeld wird für Kalendertage gezahlt.

Keine Berücksichtigung bezahlter Freistellungstage

Tage, an denen Arbeitgeber vollständig eine bezahlte Freistellung gewähren, werden nicht bei der Berechnung des Kinderkrankengeldes berücksichtigt. Das gilt entsprechend, wenn am ersten Tag der Erkrankung des Kindes noch teilweise gearbeitet wurde und der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt für die Zeit der Freistellung an diesem Tag fortzahlt.

Bei unbezahlten Freistellungstagen sind die Sozialversicherungstage des jeweiligen Abrechnungsmonats zu kürzen. Sozialversicherungsbeiträge sind somit für einen sogenannten Teillohnzahlungszeitraum zu berechnen. Wie Beiträge innerhalb eines Teillohnzahlungszeitraums berechnet werden, erfahren Sie hier.

Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen

Aus dem errechneten (Brutto-)Kinderkrankengeld sind im Regelfall Sozialversicherungsbeiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abzuführen. Allerdings trägt der Versicherte die Beiträge, welche in Höhe des halben Beitragssatzes aus dem Brutto-Kinderkrankengeld berechnet werden. Der Arbeitgeber wird mit diesen Beiträgen jedoch nicht belastet.

Als beitragspflichtige Einnahme zur Beitragsberechnung aus dem Kinderkrankengeld werden 80 Prozent des während der Freistellung ausgefallenen, laufenden Arbeitsentgelts herangezogen.

Einmalzahlungen beim Kinderkrankengeld irrelevant

Als Arbeitsentgelt gilt das beitragspflichtige Arbeitsentgelt unter Berücksichtigung der Beitragsbemessungsgrenze in dem jeweiligen Sozialversicherungszweig. Ein einmalig gezahltes Arbeitsentgelt, das zu einer Erhöhung des Kinderkrankengeldes von 90 Prozent auf 100 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts führt, hat keine Auswirkungen auf die Ermittlung der beitragspflichtigen Bemessungsgrundlage.

Keine SV-Meldung aufgrund kurzer Unterbrechung

Die Unterbrechung  aufgrund des Bezugs von Kinderpflegekrankengeld dauert im der Regel keinen vollen Kalendermonat an. Somit ist auch keine Unterbrechungsmeldung zu erstellen. In die Jahresmeldung ist das Arbeitsentgelt einzutragen, von dem Beiträge oder Beitragsanteile zur Sozialversicherung zu entrichten waren.

Wichtig: Die Meldung des ausgefallenen Arbeitsentgelts ist dem Arbeitgeber erst mit der Abrechnung des jeweiligen Bemessungszeitraums der Freistellung möglich. Das neue Datenaustauschverfahren zur Übermittlung der Entgeltdaten wird seit 1. Januar 2015 nicht angewendet.

Bis zur Umsetzung eines technischen Verfahrens muss der Arbeitgeber mithilfe eines Ersatzverfahrens die Übermittlung der notwendigen Daten in Papierform sicherstellen. Eine einheitliche Entgeltbescheinigung mit den dazugehörigen Erläuterungen wurde vom GKV-Spitzenverband veröffentlicht und steht hier zum Download bereit. Ein gemeinsames Rundschreiben zum Kinderkrankengeld durch den GKV-Spitzenverband ist geplant.

Steuerfreie Lohnersatzleistung

Kinderkrankengeld ist als Lohnersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung lohnsteuerfrei. Das steuerfreie Kinderkrankengeld unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt und muss in der Einkommensteuererklärung des Arbeitnehmers angegeben werden. Der entsprechende Betrag wird von der Krankenkasse regelmäßig elektronisch übermittelt.

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Schlagworte zum Thema:  Kinderkrankengeld, Beitragsberechnung, Teilmonat, Entgeltfortzahlung

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