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Kein Schaden verursacht - dennoch Kündigung wegen Alkoholsucht

Wenn es regelmäßig nicht bei einer Flasche Bier bleibt
Bild: Haufe Online Redaktion

Alkoholkranke Mitarbeiter können im Betrieb nicht nur ein Kostenfaktor sein, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Deshalb konnte ein Arbeitgeber eine Kündigung aussprechen, obwohl es bis dato zu keinen alkoholbedingten Schäden gekommen war.

Im konkreten Fall vor Gericht umfasste die Tätigkeit eines alkoholerkrankten Hofarbeiters das Führen verschiedener Fahrzeuge wie Bagger, Gabelstabler, Lader und anderes. Auf dem Gelände fanden An- und Abtransporte auch mit betriebsfremden Fahrzeugen statt, weshalb ein Alkoholverbot bestand.

Angesichts der Alkoholerkrankung des Mitarbeiters konnte die Arbeitgeberin nicht darauf vertrauen, der Mitarbeiter werde in Zukunft seine Arbeit nüchtern verrichten und es werde zu keinen Eigen- bzw. Fremdgefährdungen kommen. Das Krankheitsbild der Alkoholsucht indiziert die fehlende Fähigkeit des Mitarbeiters, auf Alkohol zu verzichten. Deshalb sind vorliegend erhebliche betriebliche Beeinträchtigungen bereits deshalb zu bejahen, weil der Mitarbeiter einen mit Selbst- und Fremdgefährdung verbundenen Arbeitsplatz innehat.

Auf in der Vergangenheit konkret erfolgte und festgestellte Fehler, Gefährdungen und Schädigungen kommt es deshalb nicht an. Hiermit übereinstimmend hat das Bundesarbeitsgericht die ordentliche Kündigung eines alkoholkranken Hafenarbeiters bestätigt, der weder einen Arbeitsunfall erlitten noch verursacht hatte, und ebenfalls sauf die spezifischen Bedingungen seiner Arbeitsaufgabe sowie des Charakters der Alkoholkrankheit abstellt (vgl. BAG, Urteil vom 13.12.1990, 2 AZR 336/90), so die Richter am Landesarbeitsgericht München (LAG München, Urteil vom 10.5.2012, 3 Sa 1134/11).

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Schlagworte zum Thema:  Kündigung, Krankheitsbedingte Kündigung, Alkohol, Ordentliche Kündigung

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