| Arbeitsrecht

Kein Lohn für Fehlzeiten wegen Aschewolke des Vulkans Grimsvötn

Wieder einmal hat ein isländischer Vulkan eine Aschewolke in die Luft geschleudert; der internationale Flughafen Keflavik wurde zeitweise gesperrt. Island-Urlauber konnten durch das Flugverbot nicht pünktlich an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Für die Zeit, an denen die Arbeitnehmer wegen des Flugverbots fehlen, müssen Arbeitgeber aber keinen Lohn zahlen.

Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf eine Fortzahlung des Lohns, wenn sie aufgrund der ausgefallenen Flüge nicht zur Arbeit erscheinen können.

 

Wegerisiko liegt beim Arbeitnehmer

Eine Ausnahme von diesem Grundsatz macht zwar die Vorschrift § 616 BGB für Fälle, in denen der Arbeitnehmer ohne sein Verschulden seine Arbeitsleistung nicht erbringen kann. Die Norm setzt aber auch voraus, das der Grund für die Arbeitsverhinderung persönlich sein muss, das heißt, er muss sich speziell auf den Arbeitnehmer beziehen. Klassische Beispiele sind die Geburt des eigenen Kindes oder die Beerdigung eines engen Angehörigen.

Handelt es sich dagegen um ein allgemeines Leistungshindernis greift die Norm nicht. Solche Verhinderungen liegen vor, wenn sie sich auf einen größeren Personenkreis erstrecken oder objektiv gegeben sind, wie zum Beispiel bei allgemeinen Straßenverkehrsstörungen, bei Eisglätte oder Schneeverwehungenoder bei einem Fahrverbot wegen Smog-Alarm. In diese Kategorie fällt z. B. auch ein Flugverbot wegen der Aschewolke aus Island.

Der Arbeitnehmer trägt danach das allgemeine Wegerisiko: Beschäftigte sind selbst dafür verantwortlich, dass sie pünktlich zur Arbeit erscheinen.

 

Reaktionsmöglichkeiten für Arbeitgeber

Arbeitgeber können sich bei derartigen Ereignissen aber mit betroffenen Arbeitnehmern auf eine Verlängerung des Urlaubs einigen, um einen Lohnausfall zu verhindern. Darauf hat der Arbeitnehmer jedoch keinen Anspruch.

Im Falle von flexibler Arbeitszeit ist auch der Abbau von Überstunden oder sogar der Aufbau von Minusstunden in Absprache mit dem Arbeitgeber denkbar.

 

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