05.07.2013 | Serie Fragen und Antworten zum Urlaubsrecht

Kann der Arbeitgeber den Urlaub widerrufen?

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Kein Urlaub: Gehen Sie zurück ins Büro
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ist der Urlaub vom Arbeitgeber erst einmal genehmigt, ist es äußerst schwierig, den Urlaub zu widerrufen.

Ist der Urlaub einmal festgelegt, so kann dies regelmäßig weder durch einseitige Erklärung des Arbeitnehmers (Verzicht) noch durch eine solche des Arbeitgebers rückgängig gemacht werden.

Ist eine nachträgliche Änderung beabsichtigt, bedarf es vielmehr einer entsprechenden Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer. Dies gilt sowohl für Änderungswünsche des Arbeitnehmers als auch dann, wenn der Arbeitgeber sich aus betrieblichen Gründen außerstande sieht, den Urlaub zu der festgelegten Zeit zu gewähren.

Hat ein Arbeitgeber gegenüber einem Arbeitnehmer die zeitliche Lage des Urlaubs festgelegt und machen nachträglich eingetretene betriebliche Interessen von besonderem Gewicht die Anwesenheit des Arbeitnehmers im Betrieb während des festgelegten Zeitraums notwendig, kann der Arbeitnehmer verpflichtet sein, einer Aufhebung der Festlegung zuzustimmen. Diese kann der Arbeitgeber u. U. auch durch einstweilige Verfügung erzwingen.

Lediglich in Ausnahmefällen kann der Urlaub ohne ausdrückliche Vereinbarung der Arbeitsvertragsparteien einseitig verlegt werden. Auf Arbeitgeberseite ist hierbei vor allem an Katastrophenfälle oder an den plötzlichen Ausfall einer größeren Zahl von Arbeitnehmern zu denken, durch den der Fortgang der Produktion gefährdet wäre.

Schlagworte zum Thema:  Urlaubsplan, Urlaubsanspruch, Widerruf, Urlaub

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