14.06.2011 | Arbeitsrecht

Frauenfußball-WM: Vorsicht bei übereilten kurzfristigen Einstellungen

Bei sportlichen und medialen Großereignissen wird gerne gefeiert. Sollten Sie z. B. in der Gastronomie mit vermehrter Kundschaft rechnen, sollten Sie aber keinen Arbeitsvertrag per Handschlag nur für die Zeit der WM abschließen. Ansonsten müssen Sie die Aushilfskraft auch noch nach dem Endspiel beschäftigen.

Geschäfte per Handschlag abschließen ist eine schöne, althergebrachte Tradition zwischen Ehrenmännern - aber auf dem Parkett des Arbeitsrechts nicht ganz ungefährlich.

 

Befristung immer schriftlich!

Auch, wenn kurzfristig eine erhöhter Personalbedarf entsteht, wie z. B. durch die WM, sollte immer noch die Zeit dazu sein, einen schriftlichen Vertrag aufzusetzen.

Der Grund: Nach § 14 Abs. 4 TzBfG muss ein befristeter Arbeitsvertrag zum Zeitpunkt der vereinbarten Arbeitsaufnahme in schriftlicher Form vorliegen.

Das heißt, dass die Befristung schriftlich vereinbart wurde, bevor der Mitarbeiter den ersten Handschlag tut.

Wird dies nicht beachtet, kann das unerwünschte Folgen haben. Denn eine mündliche Befristung ist unwirksam, und es kommt ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zustande.

Bei einer Zeitbefristung bezieht sich dieses gesetzliche Schriftformerfordernis nur auf die Befristungsabrede als solche. Die schriftliche Angabe des Befristungsgrunds ist nicht erforderlich.

Anders verhält es sich bei einer Zweckbefristung. Bei dieser Befristungsart muss auch der Zweck der Befristung schriftlich vereinbart sein.

 

Keine nachträgliche Heilung möglich

Der Formmangel kann nicht dadurch geheilt werden, dass die unwirksame Befristungsabrede nach Arbeitsaufnahme doch noch schriftlich fixiert wird.

 

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