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Beschäftigung von Flüchtlingen im Bundesfreiwilligendienst ab Dezember möglich

Kleiderspenden sortieren ist nur eine von vielen Arbeiten, die in der Flüchtlingshilfe anfallen.
Bild: Pixelio/Wilhelmine Wulff

Der Bund schafft ab Dezember 10.000 neue Stellen im Bundesfreiwilligendienst im Bereich der Flüchtlingshilfe. Flüchtlinge und Asylsuchende, bei denen ein dauerhafter rechtmäßiger Aufenthalt zu erwarten ist, sollen dort eingesetzt werden. Dafür wurde jetzt das Bundesfreiwilligendienstgesetz geändert.

Für die Integration von Flüchtlingen ist ein einfacherer Zugang zum Arbeitsmarkt Voraussetzung- darüber sind sich Bund, Länder und Wirtschaft einig. Beschäftigungsformen wie Praktika, die Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst oder Einstiegsqualifizierungen können hier Türöffner sein. Nachdem bereits die Hürden für Flüchtlinge für die Aufnahme von Praktika in Unternehmen gelockert wurden, ist jetzt auch durch eine Änderung des Bundesfreiwilligendienstgesetzes (§ 18 BFDG) ab Dezember die Aufnahme eines Bundesfreiwilligendienstes im Rahmen der Flüchtlingshilfe möglich.

 

10.000 neue Stellen mit Flüchtlingsbezug im Bundesfreiwilligendienst

Derzeit gibt es bereits 35.000 Stellen im Bundesfreiwilligendienst. Der Bund finanziert mit dem Programm "Bundesfreiwilligendienst und Flüchtlingsbezug" ab Dezember bis zu 10.000 zusätzliche Plätze. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, dass Kommunen und Verbände vorhandene Stellen sowohl mit einheimischen Freiwilligen als auch mit Flüchtlingen besetzen können.  Das Programm läuft bis zum 31. Dezember 2018, kosten wird es 50 Millionen Euro.

 

Auch Flüchtlinge können sich bewerben

Mit dem Zugang zum Bundesfreiwilligendienst ist ein weiterer Schritt gemacht, Flüchtlingen die Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Ministerin Manuela Schwesig (SPD) erklärte zur Motivation: "Im Hinblick auf den Zuzug der vielen von Krieg und Terror bedrohten Flüchtlinge in unserem Land ist es wichtig, dass wir die Flüchtlinge bei der Integration in unsere Gesellschaft tatkräftig unterstützen." Andererseits sollen aber auch die vielen ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingshilfe entlastet werden.

Freiwillige erhalten Taschengeld und Zuschuss zur Sozialversicherung 

Die Freiwilligen, die sogenannten "Bufdis", leisten ihren Dienst im Regelfall zwölf Monate ab. Sie sind unter anderem im Naturschutz, in der Altenpflege oder in der Jugendarbeit beschäftigt. Jetzt sollen Flüchtlinge die Möglichkeit bekommen, im Rahmen der Flüchtlingshilfe tätig zu werden, dort wo sie selbst anderen Flüchtlingen helfen können.

Flüchtlinge erhalten wie alle Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst für ihre Arbeit ein Taschengeld von maximal 363 Euro pro Monat und einen Zuschuss zur Sozialversicherung. Weiter können Unterkunft und Verpflegung gestellt werden. Nicht nur bei Flüchtlingen, sondern auch bei einheimischen Beziehern staatlicher Leistungen wird das Taschengeld auf den jeweiligen Betrag angerechnet.

 

 

 

 

 

 


 

Schlagworte zum Thema:  Bundesfreiwilligendienst, Flüchtlinge, Beschäftigung

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