| Diskriminierung

Entschädigung wegen Diskriminierung, obwohl Stelle unbesetzt blieb

Ich bitte um eine finanzielle Entschädigung
Bild: Haufe Online Redaktion

Ein Arbeitgeber hatte eine Stellenausschreibung so formuliert, dass er Mitarbeiter eines bestimmten Alters suchte. Das war eine Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Aber: Obwohl die Stelle letztlich nicht besetzt wurde, musste der Arbeitgeber einem abgewiesenen Bewerber eine Entschädigung zahlen.

Die beklagte Firma hatte mittels einer Stellenausschreibung zwei Mitarbeiter im Alter zwischen 25 und 35 Jahren gesucht. Der 1956 geborene klagenden Bewerber bewarb sich um eine Stelle, wurde aber nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Obwohl solche durchgeführt worden waren, stellte die Firma keinen anderen Bewerber ein. Der Abgewiesene macht geltend, er sei wegen seines Alters unzulässig benachteiligt worden und verlangt von der Firma eine Entschädigung nach dem AGG. Er klagte bis vor das Bundesarbeitsgericht.

Unterlassene Stellenbesetzung ist kein Argument gegen eine Diskriminierung
Die Bundesarbeitsrichter entschieden grundsätzlich zugunsten des abgelehnten Bewerbers. Das Gericht hätte die Entschädigungsklage nicht allein mit der Begründung abweisen dürfen, ein Verstoß der Beklagten gegen das Benachteiligungsverbot des § 7 Abs. 1 AGG scheide allein deshalb aus, weil sie keinen anderen Bewerber eingestellt habe.

Das Bundessarbeitsgericht hat die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Landesarbeitsgericht zurückverwiesen. Dies wird bei seiner Entscheidung über das Bestehen des geltend gemachten Entschädigungsanspruchs u. a. zu prüfen haben, ob der Bewerber für die ausgeschriebene Stelle objektiv geeignet war und ob eine Einstellung wegen seines Alters unterblieben ist (BAG, Urteil vom 23.8.2012, 8 AZR 285/11).

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