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Böller im Dixi-Klo - Später "Silvesterscherz" führt zur fristlosen Kündigung

Die Ruhe vor dem Sturm
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Verletzung eines Arbeitskollegen durch einen explodierenden Feuerwerkskörper rechtfertigt eine fristlose Kündigung. Eine vorherige Abmahnung war nicht nötig.

Ein Arbeitnehmer brachte auf einer Baustelle einen Feuerwerkskörper ("Böller") in einem Dixi-Klo zur Explosion, während sich dort sein Arbeitskollege aufhielt. Dabei ist streitig, ob er den Böller von oben in die Toilettenkabine geworfen hat oder ob er den Böller an der Tür des Klos angebracht hat, von wo er sich – von dem Arbeitnehmer ungeplant – gelöst hat und dann in die Kabine hineingerutscht und dort zur Explosion gekommen ist.

Der in der Toilette befindliche Kollege des Arbeitnehmers zog sich aufgrund der Explosion Verbrennungen am Oberschenkel, im Genitalbereich und an der Leiste zu und war in der Folge drei Wochen arbeitsunfähig. Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis des wegen dieses Vorfalls fristlos. Dagegen wehrte sich der Arbeitnehmer mit einer Kündigungsschutzklage.

Er ist der Ansicht, dass keine so schwerwiegende Pflichtverletzung vorliege, dass dies unmittelbar die fristlose Kündigung rechtfertige. Der kollegiale Umgang auf Gerüstbaustellen sei auch schon mal etwas ruppiger. Scherze seien durchaus üblich, dabei sei in der Vergangenheit auch öfter bereits mit Feuerwerkskörpern gescherzt worden. Derartiges habe im Kollegenkreis als Stimmungsaufheller gegolten. So sei es auch an dem fraglichen Tag geplant gewesen. Die Herbeiführung von Verletzungen bei dem Arbeitskollegen sei nie beabsichtigt gewesen.

Scherz war ein tätlicher Angriff gegen den Arbeitskollegen

Die Richter entschieden zugunsten der Arbeitgeberin. Unerheblich war für das Gericht, ob der Böller von oben in die Toilettenkabine hineingeworfen oder aber an der Tür befestigt worden war, von wo er sich aus Versehen löste und dann in der Kabine explodierte. In beiden Fällen liegt ein tätlicher Angriff auf einen Arbeitskollegen vor, bei dem mit erheblichen Verletzungen des Kollegen zu rechnen war.

Bereits darin liegt ein wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Dass der nicht sachgerechte Umgang mit Feuerwerkskörpern zu schweren Verletzungen führen kann, ist allgemein bekannt. Das gilt erst recht, wenn wie hier in einer Weise damit hantiert wird, dass dem Betroffenen keinerlei Reaktions- und Fluchtmöglichkeit eröffnet ist.

Vorherige Abmahnung war nicht nötig

Einer vorhergehenden Abmahnung bedurfte es angesichts der Umstände des Falles nicht. Trotz der bereits langen Betriebszugehörigkeit von 15 Jahren war der Beklagten hier auch nicht einmal mehr die Einhaltung einer Kündigungsfrist zuzumuten. Dabei war zum einen die Schwere der Pflichtverletzung ausschlaggebend und zum anderen auch der Umstand, dass der klagende Arbeitnehmer als Vorarbeiter gerade gehalten gewesen wäre, solches Fehlverhalten zu unterbinden (Arbeitsgericht Krefeld, Urteil vom 2.1.2013, 2 Ca 2010/12).

PM Arbeitsgericht Krefeld vom 2.1.2013 / Haufe Online Redaktion

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