29.08.2012 | Serie Wie Sie Azubis rechtssicher beschäftigen

Beendigung des Ausbildungsverhältnisses

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Die Zeit der Ausbildung läuft ab
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Berufsausbildungsverhältnis endet automatisch mit Ablauf der Ausbildungszeit, kann aber auch gekündigt werden. Dann ist ist zu unterscheiden, ob die Kündigung während der Probezeit oder danach erfolgen soll.

Ablauf der Ausbildungszeit

Die Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses tritt automatisch mit dem Ablauf der vereinbarten Ausbildungszeit ein (§ 21 Abs. 1 Satz 1 BBiG). Es verlängert sich nicht über die vereinbarte Zeit hinaus bis zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Ergebnisses der Abschlussprüfung, wenn diese erst später stattfindet (BAG, Urteil vom 13.3.2007, 9 AZR 494/06).

Besteht der Auszubildende vorher schon die Abschlussprüfung, so endet es mit dem Bestehen der Prüfung.

Bei Nichtbestehen der Prüfung verlängert es sich auf Verlangen des Auszubildenden bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens um ein Jahr (§ 21 Abs. 3 BBiG). Auch die zuständige Stelle (z. B. zuständige Kammer) kann die Ausbildungszeit auf Antrag verlängern, wenn dies erforderlich ist, damit der Auszubildende das Ausbildungsziel erreicht (§ 8 Abs. 2 BBiG). Vor einer Entscheidung sind allerdings die Ausbildenden zu hören.

Kündigung

Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden.

Nach Ablauf der Probezeit kann der Auszubildende das Ausbildungsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen ordentlich kündigen, wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will.

Diese auf die Fälle der Berufsaufgabe und den Berufswechsel beschränkte Kündigung ist nur dann wirksam, wenn der Auszubildende im Kündigungsschreiben die Kündigungsgründe darlegt (§ 22 Abs. 3 BBiG).

Stets muss die Kündigung schriftlich erfolgen. Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist unwirksam, wenn die ihr zugrunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind (§ 22 Abs. 4 BBiG). Eine ordentliche Kündigung ist ausgeschlossen.

Schlagworte zum Thema:  Auszubildende, Kündigung

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