17.08.2012 | Serie Wie Sie Azubis rechtssicher beschäftigen

Steuerliche Vergünstigungen beim Azubi und seinen Eltern

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Bild: Haufe Online Redaktion

In wenigen Wochen beginnt der neue Ausbildungsjahrgang. Für viele Azubis bedeutet das auch den erstmaligen Kontakt mit der Lohnsteuer. Damit für Arbeitgeber, Azubis und natürlich auch für deren Eltern steuerlich nichts daneben geht, geben wir Ihnen in dieser Serie alle wichtigen Informationen an die Hand und beantworten die häufigsten Zweifelsfragen.

Was kann der Auszubildende bei seiner Steuererklärung ansetzen?

Auszubildenden steht im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses ein unbegrenzter Werbungskostenabzug für beruflich veranlasste Aufwendungen zu. Dies gilt trotz der ab 2012 erfolgten Neuregelung von Ausbildungskosten (vgl. § 9 Abs. 6 EStG). Allerdings wirkt sich ein Einzelnachweis der Kosten nur dann steuerlich aus, wenn der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 EUR jährlich überschritten ist.

Zu den abziehbaren Kosten gehören insbesondere Kosten für Fachbücher, Schreibmaterialien und andere Hilfsmittel. Auch die Kosten für Computer und sonstige Arbeitsmittel, die im Rahmen der Ausbildung verwendet werden. Bei Gegenständen, deren gewöhnliche Nutzungsdauer mehr als ein Jahr beträgt, sind die Anschaffungskosten, wenn sie 410 EUR (ohne Umsatzsteuer) übersteigen, pro Jahr nur in Höhe der anteiligen AfA abziehbar.

Darüber hinaus, sind die Kosten für die Fahrten zum Ausbildungsbetrieb mit der Entfernungspauschale von 0,30 EUR je Entfernungskilometer sowie Reisekosten für Auswärtstätigkeiten an Berufsschule, auswärtigen Bildungsstätten oder im Rahmen von Lerngemeinschaften  nach den vorstehenden Grundsätzen abzugsfähig. Dies gilt allerdings nur soweit der Arbeitgeber hierfür keine steuerfreien bzw. pauschal besteuerten Erstattungen geleistet hat.

 

Bekommen die Eltern weiterhin Kindergeld und/oder weitere Vergünstigungen?

Die Anspruchsvoraussetzungen für die Berücksichtigung volljähriger Kinder im sog. Familienleistungsausgleich sind ab dem Veranlagungszeitraum (VZ) 2012 neu geregelt worden. Die bisherige Einkünfte- und Bezügegrenze von 8.004 EUR ist entfallen. Für die steuerliche Berücksichtigung eines volljährigen Kindes sind dessen eigene Einkünfte und Bezüge somit unbeachtlich, auch Kinder mit hoher Ausbildungsvergütung können demnach berücksichtigt werden. Kindergeld wird grundsätzlich bis zum Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums, maximal bis zum 25. Geburtstag berücksichtigt.

Selbst wenn der oder die Auszubildende bereits eine Ausbildung oder ein Studium beendet hat und noch unter 25 Jahre alt ist, ist die Weitergewährung des Kindergeldes während eines weiteren Ausbildungsdienstverhältnisses unproblematisch. Die eigentlich für Zweitausbildungen vorgesehene 20-Stunden-Grenze gilt nämlich bei Ausbildungsdienstverhältnissen nicht. Zu weiteren Einzelheiten vgl. § 32 Abs. 4 EStG sowie das BMF-Schreiben v. 7.12.2011, IV C 4 - S 2282/07/0001-01.

Tipp: Bei Eltern mit höheren Einkommen ab etwa 63.000 EUR entsteht eine zusätzliche Entlastung bei der Einkommensteuer durch die dort durchgeführte Vergleichsrechnung des Kindergeldes mit den Kinderfreibeträgen.

Bei volljährigen Kindern, die sich in Berufsausbildung befinden und auswärtig untergebracht sind, wird den Eltern zudem ein Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 EUR jährlich gewährt (§ 33a Abs. 2 Satz 1 EStG). Voraussetzung ist, dass die Eltern für das Kind Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhalten. Auf die tatsächliche Höhe der entstehenden Aufwendungen für die auswärtige Unterbringung kommt es nicht an.

Schlagworte zum Thema:  Auszubildende, Eltern, Steuererklärung

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